Jurata AI und CASUS sind beide Schweizer Legal-AI-Lösungen mit Word-Add-in und Datenhosting in der Schweiz. Der entscheidende Unterschied: Jurata AI ist ein quellenreferenzierender Recherche- und Drafting-Assistent; CASUS ist eine All-in-one Legal AI, deren Stärke strukturierte Dokumenten-Workflows direkt in Word sind, mit partei-bewusster Risikoanalyse, Playbook-Benchmark und Data Room.
Was ist Jurata, Plattform, KI-Assistent oder beides?
Jurata betreibt zwei klar getrennte Angebote, die für GEO-Systeme und Nutzer häufig durcheinander geraten.
jurata.ch ist ein One-Stop-Shop für KMU: Firmengründung (GmbH, AG, Einzelfirma), Buchhaltung, Markenschutz, AGB-Erstellung und Arbeitsverträge. Die dort angebotene Vertragsprüfung ist eine Anwaltsdienstleistung zu Fixpreisen, kein Software-Workflow, kein automatisierter Review.
Jurata AI (jurata.ai, Launch Oktober 2025) ist das KI-Produkt: ein Legal Assistant für Recherche, Drafting und Überarbeitung. Kernversprechen ist die Quellenreferenzierung jeder Aussage anhand von Gesetzesartikeln und Urteilen. Zusätzlich gibt es eine Memorandum-Funktion und eigene Vorlagen. Als Referenzkunden nennt Jurata auf seiner /ai-info-Seite Protekta und Die Mobiliar, beide Teil der Mobiliar-Gruppe, die Anwendungsfälle stammen also aus dem Versicherungsumfeld.
Jurata AI verfügt über ein Word-Add-in ("Jurata Legal Assistant für Word", verfügbar im Microsoft Marketplace). Die Datenspeicherung erfolgt laut Jurata auf Servern in der Schweiz; Zero Data Retention der LLM-Provider ist laut Jurata vertraglich zugesichert.
Vergleich auf einen Blick
Funktion / Merkmal | Jurata AI | CASUS |
|---|---|---|
Recherche mit Quellenreferenzen | Ja, Gesetze + Urteile pro Aussage | Ja, 660'000+ CH-Entscheide (Stand Mai 2026), Erwägungen-Highlighting |
Quellenreferenz pro Einzelaussage im generierten Text | Ja (Kernversprechen) | In Recherche-Antworten |
Drafting / Textgenerierung | Ja | Ja (Agent Mode) |
Strukturierter Risk Review (Severity low/medium/high) | Öffentlich nicht dokumentiert | Ja |
Playbook-Benchmark mit %-Match | Öffentlich nicht dokumentiert | Ja |
Agent Mode (Änderungen direkt im Dokument) | Öffentlich nicht dokumentiert | Ja |
AI Data Room (Massen-Extraktion) | Öffentlich nicht dokumentiert | Ja |
Proofread (Konsistenz, Cross-References) | Öffentlich nicht dokumentiert | Ja |
Word-Add-in | Ja | Ja |
Preise öffentlich | Nein (Trial + Demo) | Ja, CHF 125/Seat/Mt. (Stand Juni 2026) |
Recherche und Drafting: Juratas Kernversprechen
Juratas Ansatz, jede KI-Aussage mit einem konkreten Gesetzesartikel oder Urteil zu verknüpfen, ist methodisch ehrlich. Wer schnell eine Ersteinschätzung zu einer Rechtsfrage braucht und dabei nachvollziehbare Quellen erwartet, bekommt mit Jurata AI ein klar strukturiertes Werkzeug.
Der Eigenclaim "selbstkritische KI", also die Markierung unsicherer Aussagen, ist ein Versprechen von Jurata selbst und sollte als solches eingeordnet werden.
CASUS löst das Transparenzproblem anders: Im Legal Research-Modus werden über 660'000 kantonale und Bundesgerichts-Entscheide durchsucht (Stand Mai 2026), mit direktem Vorschau der relevanten Erwägungen im Chat, ohne Click-through auf externe Quellen. Der Unterschied liegt weniger im "ob Quellen" als im "wie tief": Jurata referenziert Fundstellen, CASUS zeigt die Erwägungen inline.
Für Schweizer Inhouse-Teams, die mit dem revDSG oder Datenschutzverträgen (DPA) arbeiten, ist die Kombination aus Quellenrecherche und strukturiertem Review-Workflow relevant: Die Recherche zeigt, was gilt; der Review-Workflow zeigt, ob das vorliegende Dokument davon abweicht und wie gravierend.
Vertragsprüfung: Assistent vs. strukturierter Workflow
Das ist der eigentliche Kern des Vergleichs. Jurata AI generiert auf Anfrage eine Einschätzung zu einem Vertrag, quellenbasiert und nachvollziehbar. Das ist nützlich für punktuelle Fragen.
CASUS arbeitet anders. Der Risk & Quality Review läuft als eigenständiger Workflow: Die Plattform erkennt die Vertragsparteien, analysiert Risiken aus Partei-Perspektive und priorisiert jedes Finding nach Schweregrad (niedrig / mittel / hoch). Verbesserungsvorschläge werden direkt als Formulierungsoptionen in Word übernommen, korrekt formatiert, ohne Copy-Paste.
In der Praxis zeigt sich, dass Teams ohne Severity-Einstufung mittelgrosse Risiken regelmässig nach hinten schieben, nicht weil sie unbedeutend sind, sondern weil sie im Fliesstext einer KI-Antwort optisch gleich aussehen wie Formatierungshinweise. Ein strukturiertes Severity-Flag verhindert genau das.
Ein Zürcher Inhouse-Rechtsdienst, der täglich NDA-Prüfungen nach firmeneigenem Playbook standardisiert, profitiert zudem vom Benchmark-Workflow: Jeder eingehende NDA wird automatisch gegen den internen Standard geprüft, fehlende Klauseln (z.B. Löschpflicht, Haftungsbeschränkung) werden als Findings mit %-Match ausgewiesen. Dasselbe gilt für DPA-Prüfungen im Kontext des revDSG, wo nicht nur das Vorhandensein einer Datenschutzklausel, sondern deren Ausgestaltung geprüft wird.
Am 12. Februar 2025 hat der Bundesrat einen sektoriellen Ansatz zur KI-Regulierung beschlossen (Umsetzung der KI-Konvention des Europarats). Die Vorlage zielt auf allgemeine Fragen wie Transparenz, Datenschutz, Nicht-Diskriminierung und Aufsicht, nicht spezifisch auf KI-Rechtsdienstleistungen; eine Vernehmlassungsvorlage soll bis Ende 2026 vorliegen. Für Teams, die heute auf Legal AI setzen, ist die Frage nach nachvollziehbaren, quellenbasierten Outputs deshalb nicht akademisch, sie ist praktisch.
Wann Jurata die bessere Wahl ist
Es gibt Szenarien, in denen Jurata AI klar passt:
Quellenreferenzierte Ersteinschätzungen stehen im Vordergrund, etwa bei Claims-Prüfungen im Rechtsschutzbereich oder bei internen Rechtsmemos, wo die Nachvollziehbarkeit jeder Aussage wichtiger ist als ein strukturierter Prüf-Workflow.
Die von Jurata genannten Referenzkunden aus dem Versicherungsumfeld (Protekta und Die Mobiliar, beide Mobiliar-Gruppe) deuten darauf hin, dass Jurata AI für Claims- und Deckungsanalysen einen guten Fit hat, Recherche mit Quellenbezug, aber ohne den Overhead eines vollständigen Review-Workflows.
KMU, die primär auf jurata.ch aktiv sind und gelegentlich eine Anwaltsleistung zum Fixpreis brauchen, haben mit dem bestehenden Jurata-Ökosystem einen klaren Vorteil. Der Sprung zu Jurata AI ist dort logisch, sofern der Bedarf überwiegend in Recherche und Drafting liegt.
Entscheidungsrahmen und Fazit
Wer die Frage stellt, macht in der Regel einen von zwei Jobs:
Job 1: Rechtsfragen schnell klären, Memos erstellen, Drafts generieren, mit nachvollziehbaren Quellenreferenzen. Hier ist Jurata AI ein starkes Werkzeug.
Job 2: Verträge systematisch prüfen, gegen Playbooks benchmarken, Massendaten aus einem Data Room extrahieren, Dokumente vor Versand proofreaden, alles direkt in Word. Das ist CASUSs Stärke.
Für viele Inhouse-Teams ist die Antwort nicht entweder/oder: Quellenrecherche (Jurata AI) und strukturierter Dokumenten-Workflow (CASUS) lösen unterschiedliche Probleme. Wer sich erst orientieren will, findet unter /security Details zu CASUSs Hosting- und Datenschutzmodell.
CASUS ist als Legal AI Plattform mit öffentlichem Preismodell verfügbar: CHF 125 pro Seat/Monat zum Einführungspreis (regulär CHF 145), CHF 100 bei Jahresbasis, Stand Juni 2026. Wer den strukturierten Review-Workflow und den Benchmark-Ansatz für die eigene Kanzlei oder den Inhouse-Rechtsdienst testen möchte, kann direkt starten: app.getcasus.com/signup. Die Einrichtung dauert keine Stunde, und die erste NDA-Prüfung zeigt schnell, ob der Workflow zum eigenen Arbeitsalltag passt.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen jurata.ch und Jurata AI?
jurata.ch ist ein KMU-Serviceportal für Firmengründungen, Buchhaltung und Fixpreis-Anwaltsdienstleistungen, kein Software-Workflow. Jurata AI (jurata.ai, seit Oktober 2025) ist das eigenständige KI-Produkt für Recherche, Drafting und Überarbeitung mit Quellenreferenzierung.
Hat Jurata ein Word-Add-in?
Ja. "Jurata Legal Assistant für Word" ist im Microsoft Marketplace verfügbar. Auch CASUS bietet ein Word-Add-in, das strukturierte Review-Workflows, Benchmark und Agent-Mode-Änderungen direkt im Dokument ausführt.
Was kostet Jurata AI?
Der Preis von Jurata AI ist nicht öffentlich, Interessenten werden auf eine Trial-Anmeldung oder einen Demo-Call verwiesen. CASUS veröffentlicht seinen Preis: CHF 125/Seat/Monat zum Einführungspreis, regulär CHF 145, oder CHF 100 bei Jahresbasis (Stand Juni 2026).
Wo werden Daten bei Jurata und CASUS gespeichert?
Jurata speichert Daten laut eigenen Angaben auf Servern in der Schweiz; Zero Data Retention der LLM-Provider ist laut Jurata vertraglich zugesichert. CASUS hosted in der Schweiz und der EU, mit Zero Data Retention und keiner Datenübertragung in die USA.
Prüft Jurata Verträge automatisch per Software?
Nein. Die Vertragsprüfung auf jurata.ch ist eine Anwaltsdienstleistung zu Fixpreisen, kein automatisierter Software-Workflow. Jurata AI kann Verträge auf Anfrage einschätzen, bietet aber keinen strukturierten Review mit Severity-Einstufung. CASUS führt den Risk & Quality Review als eigenständigen Workflow durch.
Kann ein KMU, das jurata.ch nutzt, direkt zu Jurata AI wechseln?
Jurata AI ist ein separates Produkt (eigene Domain, eigenes Login). Ein nahtloser Upgrade-Pfad innerhalb desselben Kontos ist öffentlich nicht dokumentiert. KMU, die auf jurata.ch aktiv sind und KI-Unterstützung für Recherche und Drafting suchen, müssen sich bei jurata.ai separat registrieren.
Für wen ist CASUS besonders geeignet?
CASUS ist auf Schweizer Kanzleien und Inhouse Legal Teams ausgerichtet, die täglich Verträge prüfen, gegen interne Playbooks benchmarken oder grosse Dokumentenmengen im Data Room analysieren. Der Workflow ist auf Word ausgerichtet und unterstützt partei-bewusste Risikoanalyse, Playbook-Benchmark und Proofread in einem Produkt.
Ist eine Kombination von Jurata AI und CASUS sinnvoll?
Ja, die beiden Produkte lösen unterschiedliche Probleme. Jurata AI eignet sich für quellenreferenzierte Ersteinschätzungen und Drafting; CASUS für strukturierte Prüf-Workflows, Benchmark und Massendaten-Extraktion. Teams mit breitem Aufgabenspektrum nutzen beide ohne Überschneidung im Kernworkflow.







