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DeepJudge vs. CASUS: Zwei verschiedene Jobs

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Wer wir sind

DeepJudge und CASUS tauchen in Schweizer Kanzleien oft in derselben Konversation auf. Das ist verständlich - beide sind auf den Schweizer Rechtsmarkt ausgerichtet, beide arbeiten mit juristischen Dokumenten, und beide versprechen, Zeit zu sparen. Aber wer beide Tools genauer anschaut, merkt schnell: Sie lösen unterschiedliche Probleme. Dieser Vergleich erklärt, was die beiden unterscheidet, wo sie sich sinnvoll ergänzen, und für welche Anwendungsfälle welches Tool besser passt.

Was ist DeepJudge?

DeepJudge ist eine Schweizer Legal-AI-Plattform mit Fokus auf Knowledge Search. Das System durchsucht die internen Dokumentenbestände einer Kanzlei - Verträge, Memos, Urteile, Schriftsätze - und macht dieses Wissen über eine semantische Suchmaschine auffindbar. Der Kern des Produkts ist die Frage: "Haben wir das schon einmal gemacht?" oder "Was haben wir in ähnlichen Fällen geschrieben?".

Das ist ein echter Bedarf. In grossen Kanzleien mit tausenden von Dokumenten verschwindet wertvolles institutionelles Wissen in Ordnerstrukturen. DeepJudge adressiert genau das: die Suche nach dem bereits Erarbeiteten.

DeepJudge geht inzwischen über die reine Suche hinaus: AI Workflows und Multi-Model-Agenten setzen auf dem indexierten Wissensbestand auf - sie fassen ganze Matters zusammen, beantworten Fragen zu Dokumenten und erzeugen Work Product auf Basis des kanzleieigenen Materials. Diese Workflows lassen sich über einen Low-/No-Code-Builder selbst zusammenstellen. Sie sind damit rund um den internen Bestand konfigurierbar, nicht als fertige, Schweiz-spezifische Dokument-Tools ausgeliefert.

Warum Kanzleien nach einer Ergänzung suchen

DeepJudge ist stark, wenn es darum geht, bestehendes Wissen zu finden, und seine Agenten können Dokumente analysieren und zusammenfassen. Worauf es out of the box weniger ausgerichtet ist, ist der redigier-zentrierte Workflow: einen einzelnen eingehenden Vertrag nehmen, ihn gegen ein Schweizer Playbook prüfen und Klauseln direkt im Word-Dokument überarbeiten - oder eine Due-Diligence-Matrix über hundert Verträge aufbauen, ohne vorher einen Workflow zu konfigurieren. Bei DeepJudge baut man sich das selbst; bei CASUS ist es fertig und Schweiz-spezifisch vorkonfiguriert.

Wer täglich Verträge prüft, verhandelt und redigiert, braucht mehr als eine Suchmaschine. Die Arbeit beginnt nach dem Finden - und genau dort setzt CASUS an. Das ist weniger eine Schwäche von DeepJudge als eine Frage des Produktfokus: Die beiden Tools decken verschiedene Phasen der juristischen Arbeit ab.

Hinzu kommt: Viele Schweizer Teams arbeiten ohne grossen internen Dokumentenbestand - etwa kleinere Kanzleien oder Inhouse-Teams, die hauptsächlich eingehende Verträge von Gegenparteien bearbeiten. Für sie ist Knowledge Search weniger relevant als eine direkte Analyse des vorliegenden Dokuments.

Was ein Tool zur Dokumentenarbeit leisten muss

Wer ein Tool sucht, das aktiv bei der Vertragsarbeit unterstützt, sollte auf folgende Punkte achten:

  • Kann das Tool einen Vertrag aus Partei-Perspektive analysieren und Risiken priorisieren?

  • Lässt es sich gegen ein internes Playbook oder einen Standard benchmarken?

  • Können Änderungsvorschläge direkt ins Word-Dokument übernommen werden?

  • Unterstützt es die Recherche in öffentlicher Schweizer Rechtsprechung - kantonal und bundesgerichtlich?

  • Hält es Schweizer Datenschutzanforderungen ein: Hosting in der Schweiz oder EU, keine Datenübertragung in die USA, kein Human Review?

Diese Punkte bestimmen, ob ein Tool den Alltag einer Schweizer Kanzlei wirklich abbildet.

CASUS: Dokumentenarbeit als Kern

CASUS ist eine Schweizer Legal-AI-Plattform, die speziell für Schweizer Kanzleien und Inhouse Legal Teams entwickelt wurde. Das Tool arbeitet direkt in Microsoft Word oder in der Web-App. Hosting erfolgt in der Schweiz und der EU - ohne Datenübertragung in die USA, mit Zero Data Retention und ohne Human Review.

Vertragsanalyse und Risikobewertung

Der Risk & Quality Review analysiert Verträge aus der Perspektive der jeweils relevanten Partei. CASUS identifiziert Risiken und Red Flags, ordnet sie der entsprechenden Partei zu und priorisiert sie nach Schweregrad (niedrig / mittel / hoch). Pro Finding gibt es konkrete Formulierungsoptionen, die sich direkt in Word übernehmen lassen - korrekt formatiert, ohne Copy-Paste.

Abgleich mit dem eigenen Playbook

Der Benchmark-Workflow prüft ein Dokument gegen einen Referenzstandard - etwa das interne Kanzlei-Playbook oder etablierte Best Practices für SPA, NDA oder DPA. Das Ergebnis zeigt nicht nur, welche Klauseln fehlen oder abweichen, sondern auch einen prozentualen Übereinstimmungswert. Fehlende Klauseln können direkt an der richtigen Stelle im Dokument eingefügt werden.

AI-Chat und Agent Mode

Der AI-Chat erlaubt es, Fragen zum Dokument zu stellen und direkt zur relevanten Textstelle zu springen. Im Agent Mode führt CASUS Änderungen im Dokument selbst aus: Klauseln einfügen, Texte umformulieren, Konsistenz über das gesamte Dokument prüfen. Die Dokumentstruktur, Nummerierung und Formatierung werden dabei berücksichtigt.

Legal Research mit 660'000+ Entscheiden

Der Legal Research-Modus durchsucht eine Datenbank mit über 660'000 kantonalen und bundesgerichtlichen Entscheiden sowie Gesetzesartikeln. Die relevanten Erwägungen werden direkt in den Suchergebnissen vorgeschaut - kein separates Öffnen von Urteilen nötig. Die Outputs sind strukturiert und quellenbasiert: Risikoanalysen, Argumentationslinien, Handlungsempfehlungen.

Massenanalyse mit dem AI Data Room

Der AI Data Room erlaubt die parallele Analyse von dutzenden oder hunderten Dokumenten. Extraktionsfelder werden per Prompt definiert, das Ergebnis ist eine strukturierte Tabelle - geeignet für Due Diligence, Compliance-Prüfungen oder den Aufbau einer Klausel-Matrix über mehrere Verträge.

Proofreading vor dem Versand

Proofread prüft Verträge und Schriftsätze auf Rechtschreibung, Grammatik, Terminologiekonsistenz, Cross-References, fehlende Definitionen und offene Platzhalter. Schweizer Schreibkonventionen (ss statt ß) werden berücksichtigt.

Vergleichstabelle: DeepJudge vs. CASUS

Merkmal

DeepJudge

CASUS

Hauptfunktion

Knowledge Search in internen Dokumenten; dazu konfigurierbare AI Workflows

Aktive Dokumentenarbeit: Analyse, Bearbeitung, Recherche

Vorkonfigurierte CH-Vertragsanalyse / Risikobewertung

Nicht out of the box (über eigene Workflows baubar)

Ja - partei-perspektivisch, mit Priorität und Formulierungsoptionen

Vorgefertigter Playbook-Benchmark

Nicht out of the box

Ja - inkl. Prozentübereinstimmung und Klauselvorschläge

KI-Agenten, die das Dokument bearbeiten

Agenten erzeugen Work Product; kein natives Word-Redlining

Ja - Agent Mode direkt in Word, inkl. Formatierung

Legal Research in öffentlicher CH-Rechtsprechung

Durchsucht den internen Bestand; kein öffentlicher Rechtsprechungs-Korpus

Ja - 660'000+ Entscheide (kantonal + Bundesgericht)

Due-Diligence-Matrix über viele Dokumente

Über Workflows über mehrere Dokumente baubar

Ja - AI Data Room mit benutzerdefinierten Extraktionsfeldern

Natives Microsoft-Word-Add-in

Nicht bekannt; browserbasierte Such-/Workflow-Oberfläche

Ja - als Add-in

Hosting

Flexibel (Cloud, Private Cloud oder On-Prem)

Schweiz / EU

Zielgruppe

Grosse Kanzleien mit internem Dokumentenbestand

Schweizer Kanzleien und Inhouse Teams jeder Grösse

Angaben zu DeepJudge basieren auf öffentlich zugänglichen Produktinformationen (Stand Juni 2026) und können je nach Deployment und Konfiguration abweichen; spezifische Details sollten direkt beim Anbieter verifiziert werden.

Wer CASUS am meisten nutzt

CASUS passt gut für Kanzleien und Inhouse Teams, die regelmässig Verträge analysieren, redigieren und verhandeln - unabhängig von der Teamgrösse. Wer hauptsächlich NDA, SPA, DPA oder Lieferantenverträge bearbeitet und Wert auf eine direkte Word-Integration legt, findet in CASUS ein Tool, das den Workflow von der Analyse bis zur finalen Version abdeckt.

Grössere Kanzleien, die sowohl Knowledge Search als auch aktive Dokumentenarbeit benötigen, könnten beide Tools kombinieren - DeepJudge findet das beste Präzedenz- oder Vorlagendokument im internen Wissensbestand, CASUS prüft und überarbeitet den konkreten Vertrag dagegen in Word. Das ist keine Entweder-Oder-Entscheidung.

CASUS kennenlernen

Wer prüfen möchte, ob CASUS zur eigenen Arbeitsweise passt, kann die Plattform direkt testen. Unter app.getcasus.com/signup ist ein kostenloser Zugang verfügbar. Weitere Informationen zu Datensicherheit und Hosting finden sich auf der Security-Seite.

FAQ

Was ist der Hauptunterschied zwischen DeepJudge und CASUS?

DeepJudge ist auf die Suche in internen Kanzleidokumenten spezialisiert - es macht bestehendes institutionelles Wissen auffindbar und bietet darauf aufbauende, selbst konfigurierbare AI Workflows. CASUS fokussiert auf die aktive Arbeit an einzelnen oder vielen Dokumenten: vorkonfigurierte Risikoanalyse, Benchmarking gegen Playbooks, direktes Redigieren in Word und Legal Research in öffentlicher Schweizer Rechtsprechung.

Macht DeepJudge Vertragsprüfung?

DeepJudges Agenten können Dokumente analysieren, zusammenfassen und Fragen dazu beantworten; eine Vertragsprüfung lässt sich als eigener Workflow aufbauen. Anders als CASUS liefert DeepJudge jedoch keine vorgefertigte, Schweiz-spezifische Vertragsanalyse mit Severity-Stufen und Word-Redlining out of the box.

Kann CASUS auch als Ergänzung zu DeepJudge eingesetzt werden?

Ja. Die beiden Tools überschneiden sich kaum. DeepJudge sucht im Bestand, CASUS arbeitet am vorliegenden Dokument. Kanzleien, die beides brauchen, können sie parallel nutzen - DeepJudge für die Vorlagensuche, CASUS für die Bearbeitung in Word.

Wie viele Gerichtsentscheide enthält die CASUS Legal Research Datenbank?

Die Datenbank umfasst über 660'000 kantonale und bundesgerichtliche Entscheide aus der Schweiz, ergänzt durch Gesetzesartikel. Relevante Erwägungen werden direkt in den Suchergebnissen angezeigt. DeepJudge durchsucht demgegenüber den internen Kanzleibestand, nicht einen öffentlichen Rechtsprechungs-Korpus.

Ist CASUS DSGVO- und DSG-konform?

CASUS hostet Daten in der Schweiz und der EU. Es gibt keine Datenübertragung in die USA, Zero Data Retention und keinen Human Review der verarbeiteten Dokumente. Details dazu auf der Security-Seite.

Funktioniert CASUS direkt in Microsoft Word?

Ja. CASUS ist als Microsoft Word Add-in verfügbar. Risikoanalysen, Benchmarks und Agent-Mode-Änderungen können direkt im Word-Dokument durchgeführt werden, ohne zwischen Anwendungen zu wechseln.

Was ist der Benchmark-Workflow in CASUS?

Der Benchmark-Workflow vergleicht ein Dokument mit einem Referenzstandard - zum Beispiel einem internen Playbook oder Best Practices für NDA, SPA oder DPA. Das Ergebnis zeigt fehlende Klauseln, Abweichungen und eine prozentuale Übereinstimmung. Fehlende Klauseln können direkt ins Dokument eingefügt werden.

Für wen ist CASUS geeignet?

CASUS richtet sich an Schweizer Kanzleien und Inhouse Legal Teams jeder Grösse, die Verträge regelmässig analysieren, benchmarken, redigieren oder in grossen Mengen auswerten.

Was unterscheidet CASUS von Harvey oder Legora?

CASUS ist explizit auf den Schweizer Rechtsmarkt ausgerichtet: Swiss-Hosting, Schweizer Rechtsprechung in der Legal Research Datenbank, und keine Datenübertragung in die USA. Harvey und Legora sind internationale Plattformen ohne vergleichbare Schweiz-spezifische Ausrichtung.

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