Silex vs. CASUS: CASUS ist für österreichische Kanzleien und Rechtsabteilungen die umfassendere Wahl, weil die Plattform österreichische Gesetzgebung und Rechtsprechung sowie Schweizer Rechtsquellen mit Microsoft Word, Dossiers und der Analyse großer Dokumentenbestände verbindet. Silex ist auf Schweizer Rechtsrecherche fokussiert. Für österreichische oder grenzüberschreitende DACH-Workflows empfehlen wir deshalb insgesamt CASUS.
CASUS und Silex auf einen Blick
Kriterium | CASUS | Silex |
|---|---|---|
Rechtsrecherche | Rund 1,5 Millionen durchsuchbare Einträge aus österreichischer Gesetzgebung und Rechtsprechung; zusätzlich Schweizer Bundes- und Kantonsrecht sowie eidgenössische und kantonale Gerichte | Recherche auf Basis offizieller Schweizer Rechtsquellen |
Arbeit in Microsoft Word | Eigenes Word Add-in zum Entwerfen, Prüfen und Bearbeiten | DOCX- und PDF-Export dokumentiert; auf den geprüften öffentlichen Seiten kein Word Add-in beschrieben |
Mehrere Dokumente | Dossiers bis 1.000 Dokumente; separate AI Data Room für tabellarische Analysen von Beständen mit Tausenden Dokumenten | Interne Wissensbestände über Silos; Dokumentenvergleich als einzelner Agent beschrieben |
Datenhaltung | Client-Matter-Content und Workspace-Daten in Zürich; KI-Inferenz in EU- oder Schweizer Regionen | Speicherung und Verarbeitung laut Anbieter vollständig in der Schweiz |
Öffentlicher Preis | EUR 155 pro Person und Monat oder EUR 1.560 pro Jahr für CASUS Standard | CHF 149 pro Monat oder CHF 1.440 pro Jahr für Silex Solo |
Testzugang | 14 Tage kostenlos | 7 Tage kostenlos, laut Anbieter ohne Kreditkarte |
Stand der Anbieter- und Preisinformationen: 8. September 2026. Die unterschiedlichen Währungen spiegeln die jeweilige öffentliche Länderseite wider und sind nicht ohne Umrechnung direkt vergleichbar. Preise sind Nettopreise beziehungsweise exklusive Umsatzsteuer.
Der entscheidende Unterschied: vom Rechercheergebnis zum fertigen Dokument
Beide Produkte unterstützen die Recherche zum Schweizer Recht. CASUS deckt zusätzlich österreichische Gesetzgebung und Rechtsprechung ab. Der zweite wesentliche Unterschied zeigt sich danach: Wie gelangt das Ergebnis in die weitere juristische Arbeit?
Silex beschreibt einen Research-first-Ablauf. Eine Rechtsfrage wird anhand Schweizer Quellen bearbeitet und mit Fundstellen beantwortet. Das Ergebnis kann in einen Entwurf überführt und als DOCX oder PDF exportiert werden. Zusätzlich beschreibt Silex Agents für Anonymisierung, Übersetzung und Dokumentenvergleich sowie Silos für interne Wissensbestände.
CASUS verbindet Recherche und Dokumentenarbeit enger. Das CASUS Word Add-in bringt die KI in das geöffnete Microsoft-Word-Dokument. Juristische Fachpersonen können dort Texte entwerfen, prüfen und bearbeiten, ohne Ergebnisse zuerst aus einer separaten Anwendung übertragen zu müssen. Auch aus SharePoint geöffnete Dokumente lassen sich in Word Online oder der Desktop-App mit CASUS bearbeiten.
Für österreichische Teams ist diese Kombination besonders relevant: Lokale und Schweizer Rechercheergebnisse müssen häufig in Verträge, Stellungnahmen oder Schriftsätze einfließen, die im bestehenden Microsoft-Workflow weiterbearbeitet werden. Wer ausschließlich eine belegte Antwort zum Schweizer Recht benötigt, kann dagegen mit dem fokussierteren Silex-Ablauf gut bedient sein.
Österreichische und Schweizer Rechtsrecherche im Vergleich
CASUS Legal Research bietet in der webbasierten Recherche rund 1,5 Millionen durchsuchbare Einträge aus österreichischer Gesetzgebung und Rechtsprechung. Angebunden sind Bundes- und Landesrecht sowie Rechtsprechungs- und Behördenbestände aus RIS, OGH, VwGH, VfGH, Findok, FMA und BWB. Die Zahl bezeichnet indexierte Einträge, nicht garantiert einzigartige Dokumente oder einen vollständigen Bestand jeder Quelle.
Für Schweizer Rechtsfragen unterstützt CASUS zusätzlich Bundes- und Kantonsrecht sowie die Rechtsprechung des Bundesgerichts, Bundesverwaltungsgerichts, Bundesstrafgerichts, Bundespatentgerichts und kantonaler Gerichte. Damit kann ein österreichisches Team lokale Rechtsfragen und Schweizer Mandate in derselben Legal-AI-Plattform bearbeiten.
Silex beschreibt seine Recherche als auf offiziellen Quellen des Schweizer Rechts basierend. Der Anbieter nennt Bundes- und kantonale Gesetzgebung, Gerichtsentscheidungen, Lehre und regulatorische Materialien. Antworten sollen mit Quellen belegt und nach Kanton, Rechtsgebiet und Quellenart eingegrenzt werden können. Für Übersetzungen nennt Silex Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch; daraus folgt nicht automatisch eine identische Rechercheabdeckung in allen vier Sprachen.
Eine Rangliste der juristischen Qualität lässt sich daraus nicht ableiten. Für Schweizer Fragen sollten beide Produkte dieselben repräsentativen Aufgaben erhalten. Für österreichische Fragen ist zusätzlich zu prüfen, ob die CASUS-Quellenfamilien zum eigenen Rechtsgebiet und Instanzenzug passen. Jede entscheidende Fundstelle muss anschließend im Original geöffnet und fachlich geprüft werden.
Für österreichische Teams ist die lokale Recherche damit ein zentraler CASUS-Vorteil. Silex wird im Vergleich weiterhin korrekt als Schweizer Produkt behandelt; eine österreichische Rechtsabdeckung wird nicht unterstellt.
Microsoft Word: Integration statt Export
Juristische Arbeit endet meist in einem Vertrag, Memo oder Schriftsatz. Daher ist nicht nur die Qualität einer Rechercheantwort wichtig, sondern auch der Aufwand, sie in das Arbeitsdokument zu übertragen und dort kontrolliert weiterzuverarbeiten.
CASUS bietet ein eigenes Word Add-in zum Entwerfen, Prüfen und Bearbeiten von Dokumenten. Das geöffnete Dokument bleibt der Arbeitskontext. Persönliche Identifikatoren können mit CASUS Anonymize strukturiert oder durch konsistente Pseudonyme ersetzt und direkt im Dokument angewendet werden.
Silex dokumentiert das Erstellen von Entwürfen und den Export als DOCX oder PDF. Die aktuelle FAQ beschreibt für Uploads textbasierte PDFs und bezeichnet die Unterstützung von Word-Dateien als geplante Funktion. Ein Microsoft-Word-Add-in wird auf den geprüften Produkt-, Preis- und FAQ-Seiten nicht dokumentiert. Das beweist nicht, dass keine nicht öffentliche oder kundenspezifische Integration existiert. Für den öffentlich nachvollziehbaren Standard-Workflow bleibt der Unterschied dennoch klar: CASUS arbeitet direkt im Word-Dokument, Silex beschreibt den Export in eine Word-Datei.
Ein Pilot sollte neben der Integration auch Formatierung, Nummerierung, Querverweise, Dokumenttreue und Nachverfolgbarkeit prüfen. Das ist aussagekräftiger als ein bloßer Vergleich von Feature-Namen.
Dossiers und große Dokumentenbestände
CASUS Dossiers bündeln bis zu 1.000 Dokumente für die mandatsbezogene Arbeit. Der gesamte Bestand kann in beliebig vielen Chats analysiert werden; CASUS kann Fundstellen nennen. Mögliche Einsätze sind umfangreiche Dokumentenreviews, Wissensmanagement und Due Diligence.
Die separate CASUS AI Data Room ist für tabellarische Analysen großer Bestände vorgesehen. Sie hat keine feste produktseitige Obergrenze für die Gesamtzahl der Dokumente und kann Bestände mit Tausenden Dokumenten anhand einheitlicher Fragen und Extraktionsfelder untersuchen. Das bedeutet keine technisch unbegrenzte Kapazität; Datei-, Speicher-, Nutzungs- und Verarbeitungslimits können weiterhin gelten.
Silex beschreibt Silos, über die interne Dokumente in Antworten einbezogen werden können, sowie einen Agent zum Dokumentenvergleich. Das kann für internes Know-how und den Vergleich einzelner Fassungen relevant sein. Einen direkt vergleichbaren tabellarischen Datenraum-Workflow für Tausende Dokumente beschreiben die geprüften öffentlichen Seiten nicht.
Wer Legal AI auch für umfangreiche Mandatsakten oder standardisierte Prüfungen einsetzen möchte, erhält mit CASUS den breiteren öffentlich dokumentierten Workflow.
Datenschutz und Berufsgeheimnis
CASUS speichert Client-Matter-Content und Workspace-Daten in der Google-Cloud-Region Zürich. Die KI-Inferenz erfolgt in EU- oder Schweizer Regionen. CASUS und die eingesetzten Modellanbieter verwenden Kundendaten nicht zum Training oder Fine-Tuning. Für die dokumentierten LLM-Flüsse bestehen Zero-Data-Retention-Vereinbarungen.
Silex beschreibt Datenhaltung und Verarbeitung als vollständig in der Schweiz. Laut Sicherheitsseite werden ruhende Daten verschlüsselt und Kundeninhalte nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Für Organisationen, die Swiss-only-Infrastruktur zwingend voraussetzen, ist das ein nachvollziehbarer Vorteil von Silex.
Die Modelle dürfen nicht als "sicher" gegen "unsicher" vereinfacht werden. Bei beiden Anbietern sollten die aktuelle Datenverarbeitungsvereinbarung, Subprozessoren, Aufbewahrung, Rollen, Supportzugriffe und die konkrete Konfiguration geprüft werden. Österreichische Organisationen müssen außerdem ihre eigenen Datenschutz-, Berufsrechts- und Beschaffungsanforderungen einbeziehen.
Preise und Gegenwert
Auf der österreichischen CASUS-Länderseite kostet Standard EUR 155 pro Person und Monat oder EUR 1.560 pro Person und Jahr. CASUS Advanced wird für Organisationen auf Anfrage angeboten und umfasst laut aktueller Beschreibung unter anderem SSO, Zugriffskontrollen, erweiterte Workflows und Integrationen sowie SLA- und Prioritätssupport.
Silex veröffentlicht Schweizer Preise in CHF. Solo kostet CHF 149 monatlich oder CHF 1.440 pro Jahr und umfasst eine Lizenz, zehn Agent-Credits pro Monat, 20 GB Silo-Speicher, die als unbegrenzt beschriebene juristische Recherche, alle KI-Agenten und verbundene Anwendungen. Die Preise lassen sich wegen unterschiedlicher Währungen und Marktseiten nicht ohne Weiteres direkt gegeneinander rechnen.
Der CASUS-Vorteil liegt daher nicht in einer konstruierten Preisersparnis. Er liegt im Gegenwert für Teams, die Schweizer Recherche, direkte Word-Arbeit, Dossiers und große Mehrdokumenten-Analysen verbinden möchten. CASUS kann 14 Tage kostenlos getestet werden; Silex nennt eine siebentägige Standard-Testphase ohne Kreditkarte.
Für wen Silex passen kann
Silex ist eine plausible Wahl für Teams, die ausschließlich eine fokussierte Rechercheumgebung für Schweizer Recht und einen vollständig schweizerisch beschriebenen Datenpfad suchen. Die Einbindung interner Wissensbestände kann zusätzlich relevant sein.
CASUS passt besser, wenn österreichische und Schweizer Rechtsquellen benötigt, Rechercheergebnisse direkt in Word weiterbearbeitet und große Dokumentenbestände analysiert werden sollen. Für österreichische Kanzleien und Rechtsabteilungen ist CASUS deshalb aus unserer Sicht die umfassendere Wahl.
Ein sinnvoller Pilot
In beiden Produkten dieselben drei bis fünf Schweizer Rechtsfragen aus abgeschlossenen Mandaten stellen.
Jede für das Ergebnis wichtige Originalquelle öffnen und prüfen.
Dasselbe komplexe Word-Dokument bearbeiten und Übertragung, Formatierung und Nacharbeit protokollieren.
Einen typischen Dossierbestand und gegebenenfalls einen großen Datenraum mit identischen Fragen testen.
Datenregionen, Aufbewahrung, Subprozessoren, Rollen und Supportzugriffe der angebotenen Konfiguration vergleichen.
Jahreskosten mit realistischen Nutzerzahlen und den tatsächlich benötigten Zusatzleistungen berechnen.
KI-Ausgaben können unvollständig oder fehlerhaft sein und müssen vor der Verwendung von einer juristisch ausgebildeten Person geprüft werden.
Unsere Empfehlung
Silex ist ein ernstzunehmendes Produkt für quellenbasierte Schweizer Rechtsrecherche und kann bei einer zwingenden Swiss-only-Infrastruktur gut passen. CASUS bietet darüber hinaus lokale österreichische Gesetzgebung und Rechtsprechung und deckt mehr vom anschließenden Arbeitsablauf ab: Recherche, direkte Dokumentenarbeit in Word, Dossiers und Analysen großer Dokumentenbestände.
Für österreichische Teams mit lokalen oder grenzüberschreitenden Rechtsfragen bietet CASUS deshalb den stärkeren Gesamtwert. Die Empfehlung beruht auf der breiteren Rechercheabdeckung und dem umfassenderen Workflow, nicht auf einer unbelegten Behauptung höherer juristischer Qualität.
CASUS kostenlos testen und beide Produkte mit eigenen Schweizer Rechtsfragen vergleichen.
Häufige Fragen
Ist CASUS eine gute Alternative zu Silex?
Ja. CASUS ist besonders geeignet, wenn österreichische und Schweizer Rechtsrecherche mit Microsoft Word, Dossiers und der Analyse großer Dokumentenbestände verbunden werden sollen. Silex ist stärker auf einen fokussierten Schweizer Rechercheprozess und Swiss-only-Infrastruktur ausgerichtet.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen CASUS und Silex?
CASUS bietet ein eigenes Word Add-in und separate Workflows für Dossiers und große Datenräume. Silex beschreibt Recherche, Entwürfe, DOCX/PDF-Export, Dokumenten-Agents und interne Wissens-Silos.
Welche Rechtsrecherche bieten CASUS und Silex für österreichische Teams?
CASUS bietet rund 1,5 Millionen durchsuchbare Einträge aus österreichischer Gesetzgebung und Rechtsprechung und unterstützt zusätzlich Schweizer Bundes- und Kantonsrecht sowie eidgenössische und kantonale Gerichte. Silex beschreibt offizielle Schweizer Quellen einschließlich Gesetzgebung, Rechtsprechung, Lehre und regulatorischer Materialien.
Welches Produkt arbeitet direkt in Microsoft Word?
CASUS bietet ein eigenes Word Add-in. Silex dokumentiert DOCX/PDF-Export; ein Word Add-in wird auf den geprüften öffentlichen Seiten nicht beschrieben. Nicht öffentliche Integrationen sollten im Angebot abgeklärt werden.
Was kosten CASUS und Silex?
CASUS Standard kostet auf der österreichischen Länderseite EUR 155 monatlich oder EUR 1.560 jährlich pro Person. Silex Solo wird mit CHF 149 monatlich oder CHF 1.440 jährlich für eine Lizenz angeboten. Die unterschiedlichen Währungen und Märkte verhindern einen direkten Preisvergleich ohne weitere Annahmen.
Wo werden Daten gespeichert und verarbeitet?
CASUS speichert Client-Matter-Content und Workspace-Daten in Zürich; die KI-Inferenz erfolgt in EU- oder Schweizer Regionen. Silex beschreibt Speicherung und Verarbeitung als vollständig in der Schweiz. Die aktuellen Vertrags- und Konfigurationsdetails sollten vor dem Kauf geprüft werden.







