Omnilex und CASUS sind beide Schweizer Legal-AI-Plattformen, richten sich aber an unterschiedliche Arbeitsrealitäten. Omnilex ist Research-first: die Stärke liegt in KI-generierter Kommentierung, Gesetzen, Entscheiden und Kommentierungen aus der Schweiz und Deutschland sowie strukturierten Analyse-Workspaces. CASUS ist All-in-one mit Document Skills als Kern: Dokumentenreview, Playbook-Benchmark, Agent Mode und Legal Research laufen direkt in Microsoft Word oder der Web-App.
Was machen Omnilex und CASUS, und wo liegt der Unterschied?
Beide Plattformen können Rechtsrecherche. Der Unterschied liegt darin, was danach passiert.
Omnilex ist als Recherche-Workspace konzipiert. KI-generierte Kommentierungen verbinden Gesetze, Entscheide und Sekundärliteratur; das Grid-Modul analysiert viele Dokumente tabellarisch; Playbooks strukturieren Wissen im Team. Wer täglich Gutachten schreibt oder Litigation-Recherchen dokumentiert, findet dort eine ausgereifte Umgebung.
CASUS geht vom Dokument aus. Das Legal-Research-Modul mit über 660'000 kantonalen und bundesgerichtlichen Entscheiden ist Teil einer Plattform, die auch Risiken im Vertrag benennt, Klauseln gegen ein Playbook prüft, per Agent Mode Änderungen direkt ins Word-Dokument schreibt und abschliessend auf Konsistenz proofreadt. Research und Dokumentarbeit sind in einem Workflow verbunden, nicht in getrennten Tools.
Ein praktischer Unterschied, der im Alltag auffällt: Wer in Omnilex eine Rechtsfrage klärt und anschliessend eine Klausel anpassen will, wechselt den Kontext. In CASUS lässt sich das Research-Ergebnis direkt als Chat-Action in eine Klausel übersetzen, inklusive korrekte Nummerierung und Formatierung nach Schweizer Vertragspraxis.
Vergleich auf einen Blick
Funktion | Omnilex | CASUS |
|---|---|---|
Rechtsrecherche CH | Ja (Kern-Modul) | Ja (660'000+ Entscheide, Erwägungen-Highlighting) |
DE-Quellen | Ja (heute) | Demnächst (Launch in den nächsten Wochen, Stand Juni 2026) |
Vertragsprüfung & Risk Review | Grid/Cases | Ja: partei-bewusst, Severity low/medium/high, direkt in Word |
Playbook-Benchmark mit Klausel-Einfügen | Playbooks | Ja: inkl. %-Match, Klausel an richtiger Stelle einfügen |
Agent Mode / Redlining | Nicht dokumentiert | Ja: Klauseln einfügen, umformulieren, Konsistenz prüfen |
Word Add-in | Ja | Ja |
Data Room (Massen-Extraktion) | Grid (tabellarisch) | Ja: eigene Spalten per Prompt (tabellarisch) |
Proofread | Nicht dokumentiert | Ja: Definitionen, Querverweise, Platzhalter uvm. |
Hosting | Microsoft Azure (Region nicht öffentlich) | CH/EU, kein US-Transfer |
Preis (pro Nutzer) | CHF 1'600–2'000 / Jahr | CHF 100/Monat (Jahresabo) · CHF 125/Monat (Einführung, regulär 145) |
Gratis-Test | 14 Tage | Ja |
Recherche: wo Omnilex stark ist und was CASUS abdeckt
Omnilex hat die Recherche-Infrastruktur konsequent ausgebaut: KI-generierte Kommentierungen, laut eigenen Angaben Millionen Entscheide aus der Schweiz und Deutschland, Anbindung an DMS- und Know-how-Systeme. Dass die Schweizerische Bundeskanzlei als Entwicklungspartnerin mitwirkt, ist ein klares Signal für Research-Tiefe.
CASUS deckt mit über 660'000 kantonalen und bundesgerichtlichen Entscheiden den Schweizer Kernbedarf ab. Besonders für die Dokumentarbeit nützlich: relevante Erwägungen werden direkt in den Antworten hervorgehoben, ohne dass der Entscheid separat geöffnet werden muss. DE- und AT-Quellen folgen in Kürze (Stand Juni 2026).
Wer täglich deutsche Rechtsquellen braucht (Kommentare und Entscheide zum deutschen Recht, etwa zum BGB oder HGB) und dabei komplexe Gutachten erstellt, ist mit Omnilex heute besser bedient. Wer Schweizer Entscheide im Rahmen der Vertragsarbeit nachschlägt, etwa um eine Haftungsklausel zu begründen oder eine Kündigungsregelung zu prüfen, findet bei CASUS den direkteren Weg vom Research-Ergebnis in die Klausel.
Vertragsarbeit: warum der Unterschied im Dokument entsteht
Nehmen wir ein konkretes Szenario: Ein vierköpfiges M&A-Team in Zürich erhält einen fremden SPA-Entwurf mit 85 Seiten. Der erste Schritt ist ein Risk Review, der die Klauseln aus Käufer-Perspektive prüft. In Swiss-M&A-Praxis erzeugen erfahrungsgemäss vor allem Haftungscaps ohne Ausnahmen für arglistige Täuschung, fehlende MAC-Definitionen und lückenhafte W&R-Schedules die meisten High-Severity-Findings, genau die Klauseltypen, die bei einem partei-bewussten Review als erstes auffallen.
Anschliessend läuft ein Benchmark gegen das interne SPA-Playbook: Welche Standardklauseln fehlen? Wo weicht die vorliegende Formulierung vom Hausstandard ab? Das Ergebnis erscheint als %-Match mit Einzelfindings, und fehlende Klauseln lassen sich per Klick an der richtigen Stelle ins Dokument einfügen, mit der Nummerierung, die der Vertrag vorgibt.
Der Agent Mode übernimmt dann die Feinarbeit: Formulierungen anpassen, Konsistenz über 85 Seiten prüfen, Widersprüche zwischen Definitionen und Klauseltext markieren. In einem typischen Setup verkürzt sich der Reviewzyklus dadurch spürbar, nicht weil weniger geprüft wird, sondern weil die manuelle Sucharbeit entfällt.
Zum Abschluss identifiziert Proofread offene Platzhalter, falsche Querverweise und inkonsistente Parteibezeichnungen, typische Fehlerquellen, die bei langen SPA-Verträgen regelmässig auftreten.
Ein zweites Szenario: Ein Inhouse Legal Team einer Zürcher Bank prüft FINMA-regulierte Kreditverträge auf Einhaltung interner Richtlinien. Der AI Data Room extrahiert aus hunderten Verträgen Klauseln zu Kündigungsfristen, Sicherheitenpaketen und Verzugszins (der gesetzliche Satz nach Obligationenrecht beträgt 5 %) tabellarisch. Auffälligkeiten werden direkt geflaggt. Das spart wochenlange manuelle Sichtung.
Hosting und Berufsgeheimnis
Omnilex betreibt seine Infrastruktur auf zertifizierten Microsoft-Azure-Cloudsystemen und erklärt DSG-Konformität. Welche Azure-Region genutzt wird, ist auf der Website nicht explizit ausgewiesen.
Das ist kein Vorwurf: Azure bietet auch Schweizer Rechenzentren. Aber für Schweizer Anwältinnen und Anwälte, die dem Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB unterstehen, ist die Frage relevant: Liegt die Infrastruktur in der Schweiz oder in der EU, und schliesst der Anbieter US-Datenzugriffe explizit aus? US-amerikanisches Recht (insb. der CLOUD Act) kann US-Anbieter verpflichten, Daten auf ihren Servern herauszugeben, auch wenn diese physisch in Europa liegen. Ob Microsoft als US-Konzern unter dieses Risiko fällt, ist eine Frage, die Kanzleien vor dem Einsatz klären sollten.
CASUS hostet ausschliesslich in der Schweiz und der EU, überträgt keine Daten in die USA, und betreibt Zero Data Retention sowie No Human Review. Weitere Details zur Sicherheitsarchitektur finden sich unter /security.
Preise im Vergleich
Die Preistransparenz beider Anbieter erleichtert den Vergleich.
Omnilex kostet CHF 2'000 pro Nutzer und Jahr (Individualtarif) oder CHF 1'600 bei Team-Lizenz. Alle Module sind inklusive; 14 Tage Testversion verfügbar.
CASUS kostet im Jahresabo CHF 100 pro Seat und Monat (CHF 1'200/Jahr, Stand Juni 2026). Bei monatlicher Zahlung gilt aktuell der Einführungspreis von CHF 125 pro Seat/Monat (regulär CHF 145). Alle Module (Research, Review, Benchmark, Agent Mode, Data Room, Proofread) sind inklusive.
Bei einem fünfköpfigen Team beläuft sich der Preisunterschied auf CHF 2'000–4'000 pro Jahr, ohne Qualitätsabstriche bei Schweizer Research.
Wann Omnilex die bessere Wahl ist
Omnilex macht mehr Sinn, wenn Rechtsrecherche den Grossteil der täglichen Arbeit ausmacht, etwa bei Gutachten und Litigation. Wer heute regelmässig deutsche Kommentare und Entscheide braucht, ist bei Omnilex ohne Wartezeit vollständig bedient. Auch die DMS- und Know-how-Anbindung für Teams ist ein Argument, wenn die interne Wissensdatenbank eine zentrale Rolle spielt.
Wann CASUS die bessere Wahl ist, und wann sich beides lohnt
CASUS passt, wenn Dokumentarbeit der eigentliche Alltag ist: Vertragsreview, Benchmarking gegen Playbook, Verhandlungsvorbereitung, Due-Diligence-Extraktion, Schriftverkehr optimieren. Research ist dabei kein separates Tool, sondern Teil desselben Workflows.
Eine Kombination lohnt sich für Teams, die beides intensiv nutzen: tägliche Tiefenrecherche mit Kommentierungen (Omnilex) und effiziente Dokumentarbeit mit Research-Einbettung (CASUS). Die Preisdifferenz erlaubt das bei grösseren Teams mit vertretbarem Kostenaufwand.
Wer den Einstieg in CASUS testen möchte: Eine kostenlose Testversion ist über app.getcasus.com/signup zugänglich. Der Legal Research, der Risk & Quality Review und das Benchmark-Modul sind sofort einsatzbereit.
FAQ
Ist CASUS eine Alternative zu Omnilex?
Ja, für Kanzleien und Legal Teams, bei denen Dokumentarbeit im Zentrum steht. CASUS bietet Legal Research mit 660'000+ Schweizer Entscheiden, Vertragsreview, Benchmark, Agent Mode und Data Room in einer Plattform, inklusive Word-Integration und explizitem CH/EU-Hosting.
Kann CASUS Rechtsrecherche?
Ja. Das Legal-Research-Modul durchsucht über 660'000 kantonale und bundesgerichtliche Entscheide, hebt relevante Erwägungen direkt in den Antworten hervor und liefert quellenbasierte, strukturierte Ergebnisse. DE- und AT-Quellen folgen in Kürze (Stand Juni 2026).
Hat Omnilex ein Word Add-in?
Ja, Omnilex bietet ein Word Add-in. Der genaue Funktionsumfang im Vergleich zu CASUS' Agent Mode ist auf der Omnilex-Website nicht im Detail dokumentiert.
Was kostet Omnilex, was kostet CASUS?
Omnilex: CHF 1'600 (Team) bis CHF 2'000 (Individuell) pro Nutzer und Jahr. CASUS: CHF 100 pro Seat/Monat im Jahresabo (CHF 1'200/Jahr), CHF 125 pro Seat/Monat bei monatlicher Zahlung (Einführungspreis, regulär 145; Stand Juni 2026). Beide Anbieter bieten alle Module ohne Zusatzkosten.
Wie unterscheiden sich die Hosting-Modelle?
CASUS hostet ausschliesslich in der Schweiz und der EU ohne US-Datentransfer, mit Zero Data Retention. Omnilex nutzt zertifizierte Microsoft-Azure-Infrastruktur und erklärt DSG-Konformität; die Azure-Region ist öffentlich nicht spezifiziert.
Kann man Omnilex und CASUS kombinieren?
Ja. Teams mit intensivem Recherchebedarf (Gutachten, Litigation) und gleichzeitig viel Dokumentarbeit können beide Plattformen parallel einsetzen. Die Preisdifferenz macht das bei grösseren Teams wirtschaftlich vertretbar.
Eignet sich CASUS für Due-Diligence-Prozesse?
Ja. Der AI Data Room erlaubt den Upload von hunderten Dokumenten, tabellarische Extraktion nach selbst definierten Feldern und automatisches Flagging von Auffälligkeiten, etwa fehlende Haftungscaps oder überlange Kündigungsfristen. Ideal für M&A- oder Compliance-Due-Diligence.
Welche Sprachen unterstützt CASUS?
CASUS verarbeitet Dokumente und liefert Outputs auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Das Legal-Research-Modul deckt heute Schweizer Quellen ab; DE- und AT-Quellen folgen in Kürze.







