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Swiss-Noxtua vs. CASUS: Welche Legal AI für Schweizer Kanzleien?

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Wer wir sind

Swiss-Noxtua und CASUS sind die zwei Schweizer Legal-AI-Plattformen mit der grössten Funktionsüberschneidung. Swiss-Noxtua punktet mit exklusivem Zugriff auf den Basler Kommentar und legalis-Inhalte, ein echter Vorteil für Recherche-intensive Mandate. CASUS bietet einen vollständigen Workflow von der Recherche über Review und Benchmark bis zum Agent Mode direkt in Microsoft Word, zu einem deutlich tieferen Preis.

TL;DR – Entscheidungshilfe auf einen Blick

Swiss-Noxtua passt besser, wenn:

  • juristische Kommentare (Basler Kommentar, Commentaire romand) täglich im Einsatz sind

  • legalis bereits lizenziert ist oder mitlizenziert werden soll

  • Behörden oder Institute ISO-42001/BSI-C5-Zertifizierungen voraussetzen

CASUS passt besser, wenn:

  • der tägliche Dokumenten-Workflow in Word im Mittelpunkt steht

  • ein Team von mehreren Seats günstiger skalieren soll

  • Risk Review mit Severity-Stufen, Benchmark, Agent Mode und AI Data Room in einer Plattform gefragt sind

Kombination sinnvoll, wenn Kommentar-Recherche (Swiss-Noxtua) und intensives Dokumentenarbeiten in Word (CASUS) unterschiedliche Benutzergruppen im selben Unternehmen bedienen.

Was ist Swiss-Noxtua?

Swiss-Noxtua ist ein Joint Product, angekündigt am 29. Oktober 2025, von Noxtua SE (Berlin, hervorgegangen aus dem KI-Startup Xayn) und dem Schweizer Fachverlag Helbing Lichtenhahn, Teil der C.H.Beck-Gruppe. Im April 2025 schloss Noxtua eine Series-B-Runde über EUR 80,7 Millionen ab, die bis dato grösste europäische Finanzierungsrunde im Legal-AI-Segment, mit C.H.Beck als Lead-Investor sowie CMS, Dentons und Northern Data.

Das Partnermodell erklärt das Produktversprechen: Noxtua liefert die KI-Infrastruktur, Helbing Lichtenhahn den exklusiven Zugang zu legalis-Inhalten, darunter der Basler Kommentar und der Commentaire romand. Die Plattform läuft ausschliesslich auf Schweizer Servern, unabhängig von US-Hyperscalern, und ist nach ISO 27001, ISO 27018, ISO 42001 und BSI C5 zertifiziert.

Das Produkt befindet sich noch in der Launch-Phase (2026). Angekündigte Module umfassen Recherche in natürlicher Sprache mit Referenzen auf Gesetze, Urteile und Literatur, Dokumentenanalyse, Dokumentenerstellung, Matrixanalyse über hunderte Dokumente sowie Workflow-Funktionen.

Vergleichstabelle

Funktion

Swiss-Noxtua

CASUS

Rechtsprechungsdatenbank

CH-Rechtsprechung

660'000+ kant./bundesgerichtliche Entscheide, Erwägungen-Highlighting

Recherche mit Verlagscontent (Basler Kommentar, legalis)

Ja – exklusiv

Nein

Risk Review mit Severity (low/mid/high)

Dokumentenanalyse (Details nicht öffentlich spezifiziert)

Ja – partei-bewusst, Severity low/medium/high

Benchmark mit %-Match

Nicht öffentlich bestätigt

Ja – Vergleich mit Playbook/Standard, inkl. %-Match

Agent Mode / Redlining direkt in Word

In Noxtua-Produktfamilie vorhanden (CH-Version: nicht öffentlich bestätigt)

Ja – Änderungen direkt in Word, korrekte Formatierung

Matrixanalyse / AI Data Room

Matrixanalyse (hunderte Dokumente)

AI Data Room (Extraktion, Tabellen, Anomalie-Flags)

Proofread

Nicht öffentlich bestätigt

Ja – inkl. Schweizer Schreibweise, Querverweise, Platzhalter

Hosting

Ausschliesslich Schweizer Server

Schweiz / EU

Zero Data Retention / No Human Review

Nicht öffentlich spezifiziert

Ja – Zero Data Retention, No Human Review

Preis (öffentlich, Stand Juni 2026)

CHF 342/Nutzer/Monat (12 Mt., inkl. legalis-Lizenz)

CHF 125/Seat/Monat (Einführungspreis), CHF 100 bei Jahresbasis

Marktreife CH

Launch-Phase 2026

Laufend im Markt

Recherche – der legalis-Vorteil von Swiss-Noxtua

Wer täglich mit Kommentarwerken arbeitet, wird den Swiss-Noxtua-Vorteil sofort greifen: Der exklusive Zugang zum Basler Kommentar und zum Commentaire romand ist kein Marketing-Versprechen, sondern ein strukturell verankertes Asset. Helbing Lichtenhahn bringt diese Inhalte als Verlagspartner in die Plattform, eine Kombination, die kein unabhängiger KI-Anbieter einfach replizieren kann.

Für eine M&A-Boutique in Zürich, die Transaktionsdokumente regelmässig gegen BGE-Rechtsprechung und Kommentarliteratur prüft, oder für eine Verwaltungsstelle in Bern, die Gutachten mit Literaturstütze produziert, ist dieser Zugang ein echtes Argument. Recherche ohne Quellenangabe hat im juristischen Kontext keinen Wert, und legalis-Inhalte liefern genau diese anerkannte Zitierbasis.

CASUS hat in der Rechtsprechung eine eigene Stärke: 660'000+ kantonal- und bundesgerichtliche Entscheide mit Erwägungen-Highlighting, sodass die relevanten Textpassagen direkt in der Antwort sichtbar sind, ohne Klick-Umwege. Kommentarliteratur ist dort jedoch nicht integriert. Wer den Basler Kommentar braucht, braucht ihn, und dort ist Swiss-Noxtua klar vorne.

Document Skills – wo CASUS den Unterschied macht

Ein Genfer Inhouse-Team, das täglich Lieferanten- und Service-Agreements prüft, braucht keine Kommentar-Recherche für jeden Vertrag. Es braucht Geschwindigkeit, strukturierte Findings und direkte Bearbeitbarkeit im Dokument selbst.

Genau dort liegt die Stärke von CASUS. Der Risk & Quality Review erkennt die Vertragsparteien, analysiert Risiken aus Partei-Perspektive und priorisiert jedes Finding nach Schweregrad (low/medium/high), mit konkreten Formulierungsoptionen, die per Klick direkt in Word übernommen werden, korrekt formatiert, ohne Copy-Paste. Der Benchmark prüft ein Dokument gegen ein internes Playbook oder Best-Practice-Standards und zeigt die Übereinstimmung als Prozentsatz, praktisch für Procurement-Teams, die Lieferantenverträge gegen ihren Standard-NDA messen wollen.

Im Agent Mode führt CASUS Änderungen direkt im Dokument aus: Klausel einfügen, Haftungsabschnitt umformulieren, Nummerierung anpassen, alles unter Berücksichtigung der Dokumentstruktur. Der AI Data Room erlaubt die parallele Analyse von Dutzenden bis Hunderten Verträgen, mit nutzerdefinierten Extraktionsfeldern und tabellarischem Output, der direkt in Excel weiterverarbeitet werden kann.

Für ein M&A-Team in Genf, das in einer Due-Diligence-Phase hundert Zielgesellschaftsverträge auf Haftungscaps, Kündigungsfristen und IP-Klauseln prüfen muss, ist das kein Feature. Es ist der Kern des Workflows. Swiss-Noxtua bietet ebenfalls eine Matrixanalyse, aber Detailtiefe und Integrationsstufe in Word sind für die CASUS-Version öffentlich klarer dokumentiert.

Preise im Vergleich

Das Preisbild ist eindeutig. Swiss-Noxtua kostet CHF 342 pro Nutzer und Monat bei 12-monatiger Laufzeit, mit 10% Rabatt bei 24 Monaten und individuellen Konditionen ab 20 Nutzern. Dafür ist die legalis-Open-Lizenz enthalten. Man bezahlt also nicht nur das KI-Werkzeug, sondern auch den Datenbankzugang.

CASUS kostet Stand Juni 2026 CHF 125 pro Seat und Monat (Einführungspreis, regulär CHF 145) oder CHF 100 pro Seat bei Jahresbasis. Ohne Verlagslizenz-Bundle.

Bei einem Team von zehn Nutzern bedeutet das auf Jahresbasis: CHF 12'000 mit CASUS (Jahrstarif) versus CHF 41'040 mit Swiss-Noxtua. Der Preisunterschied von rund CHF 29'000 pro Jahr ist erheblich. Er lässt sich nur rechtfertigen, wenn der Kommentarinhalt einen direkten, messbaren Mehrwert im täglichen Einsatz bringt.

Wer legalis ohnehin bereits separat lizenziert, zahlt bei Swiss-Noxtua faktisch doppelt. Wer bisher keine legalis-Lizenz hat und Kommentarliteratur intensiv braucht, bekommt sie im Bundle und sollte den Preis für die bisherige Lizenz gegenrechnen.

Datenschutz und Souveränität – beide stark, unterschiedlich begründet

Dieser Abschnitt hat keinen Gewinner. Beide Plattformen erfüllen hohe Anforderungen, auf unterschiedlichen Wegen.

Swiss-Noxtua läuft ausschliesslich auf Schweizer Servern, unabhängig von US-Hyperscalern. Die Zertifizierungsliste ist für Behörden und Institute, die formale Nachweise benötigen, ein starkes Argument. ISO 42001 adressiert spezifisch KI-Management-Systeme; BSI C5 ist ein deutscher Cloud-Standard, der in der Behördenwelt als Referenz gilt.

CASUS hostet in der Schweiz und der EU, ohne Datenübertragung in die USA. Zero Data Retention bedeutet, dass keine Inhalte nach der Verarbeitung gespeichert bleiben. No Human Review schliesst aus, dass Anfragen manuell eingesehen werden. Wer die genauen Sicherheitsangaben prüfen möchte, findet sie auf der Security-Seite.

Für eine Zürcher Kanzlei mit internationaler Mandatsstruktur, die unter dem anwaltlichen Berufsgeheimnis nach Art. 13 BGFA arbeitet, sind beide Modelle kompatibel, vorausgesetzt, die Auftragsbearbeitungsvereinbarung ist sauber dokumentiert.

Wann Swiss-Noxtua die bessere Wahl ist

Es gibt konkrete Szenarien, in denen Swiss-Noxtua CASUS klar überlegen ist.

Wenn Kommentar-Recherche der primäre Anwendungsfall ist, also ein Anwalt mehrmals täglich im Basler Kommentar oder im Commentaire romand nachschlägt und das KI-Tool direkt auf diese Inhalte zugreifen soll, dann liefert Swiss-Noxtua genau das. Kein anderes Schweizer Tool hat diesen Zugang.

Behörden und öffentlich-rechtliche Institutionen, die Anbieter nach formalen Zertifizierungslisten (ISO 42001, BSI C5) auswählen, werden bei Swiss-Noxtua die nötige Dokumentation finden.

Wer legalis bereits einsetzt und den KI-Zugang auf dieselbe Quelle erweitern möchte, zahlt faktisch für die Integration, nicht für eine neue Lizenz. Das lässt sich intern leichter budgetieren.

Für wen CASUS die bessere Wahl ist

Kanzleien und Inhouse-Teams, bei denen Vertragsarbeit in Word der tägliche Kern ist, finden in CASUS einen direkteren Fit. Der Workflow von der Risikoanalyse über den Benchmark bis zur direkten Dokumentbearbeitung im Agent Mode ist als Gesamtplattform konzipiert, nicht als Ergänzung zu einer Literaturdatenbank.

Das Preismodell skaliert günstiger über Teams. Wer Legal Research für Schweizer Recht benötigt, hat Zugang zu über 660'000 Entscheiden mit Erwägungen-Highlighting; die Legal-Research-Funktion deckt kantonal- und bundesgerichtliche Rechtsprechung ab. Legal Research für deutsches und österreichisches Recht ist demnächst verfügbar.

Für eine Inhouse-Rechtsabteilung eines Industrie- oder Pharmaunternehmens in der Deutschschweiz, die täglich Lieferanten-, Lizenz- und Dienstleistungsverträge bearbeitet, ist der Preis-Leistungs-Vorteil von CASUS erheblich, und die Integration in Word reduziert den Tool-Wechsel auf ein Minimum.

Wer CASUS testen möchte, kann direkt unter app.getcasus.com/signup einsteigen, ohne Vertriebsgespräch, mit sofortigem Zugang zu allen Modulen. Der Einführungspreis von CHF 125 pro Seat und Monat gilt Stand Juni 2026.

Entscheidungsrahmen

Swiss-Noxtua wählen, wenn:

  • Basler Kommentar / Commentaire romand täglich im Einsatz ist

  • legalis ohnehin beschafft wird

  • formale Zertifizierungsnachweise (ISO 42001, BSI C5) institutionell gefordert werden

CASUS wählen, wenn:

  • Risk Review, Benchmark, Agent Mode und AI Data Room direkt in Word gefragt sind

  • das Team aus mehr als 3–4 Seats besteht und der Preis skalieren muss

  • Dokumentenarbeit (nicht Kommentar-Recherche) den Grossteil der Arbeitszeit ausmacht

Kombination prüfen, wenn:

  • ein Team Recherche-intensive Mandate (Swiss-Noxtua) und Transaktionsdokumentenarbeit (CASUS) parallel betreibt

  • die Kostenbasis pro Use-Case aufgeteilt werden kann

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Noxtua und Swiss-Noxtua?

Noxtua SE ist das Berliner KI-Unternehmen, das die Technologiebasis entwickelt. Swiss-Noxtua ist ein spezifisches Joint Product von Noxtua SE und dem Schweizer Verlag Helbing Lichtenhahn, das exklusiv den Zugang zu legalis-Inhalten (inkl. Basler Kommentar) integriert und ausschliesslich auf Schweizer Servern läuft.

Was kostet Swiss-Noxtua im Vergleich zu CASUS?

Swiss-Noxtua kostet CHF 342 pro Nutzer und Monat bei 12-monatiger Laufzeit, inklusive legalis-Open-Lizenz. CASUS kostet Stand Juni 2026 CHF 125 pro Seat und Monat (Einführungspreis) oder CHF 100 bei Jahresbasis, ohne Verlagslizenz-Bundle.

Gibt es ein Word-Add-in bei Swiss-Noxtua?

In der Noxtua-Produktfamilie ist ein Word-Add-in vorhanden (inklusive Tracked-Changes-Funktion). Ob diese Funktion für die Swiss-Noxtua-Version öffentlich freigeschaltet ist, ist Stand Juni 2026 nicht bestätigt.

Ist CASUS günstiger als Swiss-Noxtua?

Ja, deutlich. Bei zehn Nutzern auf Jahresbasis ergibt sich für CASUS rund CHF 12'000 pro Jahr (CHF 100/Seat/Monat), gegenüber CHF 41'040 bei Swiss-Noxtua. Der Unterschied erklärt sich teilweise durch die enthaltene legalis-Lizenz bei Swiss-Noxtua.

Wo werden die Daten bei beiden Plattformen gespeichert?

Swiss-Noxtua läuft ausschliesslich auf Schweizer Servern, ohne US-Hyperscaler. CASUS hostet in der Schweiz und der EU, ohne Datenübertragung in die USA, mit Zero Data Retention und No Human Review.

Hat CASUS Zugang zum Basler Kommentar?

Nein. Der Basler Kommentar und die legalis-Inhalte sind exklusiv in Swiss-Noxtua integriert. CASUS bietet Rechtsprechung (660'000+ Entscheide) und Gesetzestexte, aber keine Kommentarliteratur von Helbing Lichtenhahn oder C.H.Beck.

Kann man Swiss-Noxtua und CASUS kombinieren?

Ja, das ist möglich. Teams mit klar getrennten Use-Cases (Kommentar-Recherche einerseits, Vertragsarbeit in Word andererseits) können beide Tools parallel einsetzen. Die Kostenbasis erhöht sich entsprechend, lässt sich aber auf zwei Budgetlinien aufteilen.

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