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ÖRAK-KI-Checkliste: So prüfst du einen KI-Anbieter für deine Kanzlei

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Wer wir sind

Bevor deine Kanzlei einen KI-Dienst mit Mandatsdaten einsetzt, brauchst du konkrete Antworten zu Verschwiegenheit, Verarbeitung und vertraglichen Zusagen. Die ÖRAK-KI-Checkliste bündelt diese Fragen. Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Unterlagen du einholen und wie du die Prüfung dokumentieren kannst.

Ausgefüllte und unterzeichnete ÖRAK-KI-Checkliste von CASUS: Bestätigung ansehen und herunterladen. PDF · 1 Seite · Stand 07.10.2026.

Was du für die Anbieterprüfung zusammenstellen solltest

Eine brauchbare Prüfung verbindet die schriftlichen Zusagen des Anbieters mit den Unterlagen für euren konkreten Einsatz. Lege dafür einen gemeinsamen Ort fest, an dem die Checkliste, Verträge und Sicherheitsinformationen mit ihrem Stand abgelegt werden.

  • Die ausgefüllte und unterzeichnete KI-Checkliste des Anbieters.

  • Vertragsunterlagen und Angaben zur Auftragsverarbeitung.

  • Informationen zu Speicherung, Verarbeitung und eingesetzten Sub-Dienstleistern.

  • Beschreibungen der technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen.

  • Regeln für Löschung, Änderungen und die Information deiner Kanzlei.

Bei CASUS findest du die unterzeichnete ÖRAK-KI-Checkliste auf einer eigenen Seite. Weitere Unterlagen und Informationen stehen auf der Sicherheitsseite und im CASUS Trust Center bereit.

Schritt 1: Den geplanten Einsatz beschreiben

Halte fest, welche Aufgaben der KI-Dienst übernehmen soll und welche Daten dabei eingegeben werden. Eine Recherche mit einer allgemeinen Rechtsfrage und die Analyse eines konkreten Mandatsdokuments verlangen unterschiedliche Überlegungen zum Inhalt der Eingaben.

Notiere die Arbeitsabläufe, die beteiligten Personen und die vorgesehenen Daten. Das gibt dir einen konkreten Bezugspunkt, wenn du die Unterlagen des Anbieters durchgehst. Beispiele findest du in unserem Überblick zu KI für Anwälte.

Schritt 2: Die Zusagen des Anbieters einholen

Die ÖRAK-KI-Checkliste enthält zehn Anforderungen. Sie behandelt berufsrechtliche und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen, Speicherung und Verarbeitung sowie Transparenz und Kooperation. Bitte den Anbieter um eine ausgefüllte und unterzeichnete Bestätigung, die du eurer Prüfung zuordnen kannst.

CASUS hat die ÖRAK-KI-Checkliste ausgefüllt und unterzeichnet. Die Bestätigung umfasst die darin enthaltenen Anforderungen an anwaltliche Verschwiegenheit, Datenschutz, Datenverarbeitung und Transparenz. Du kannst sie direkt herunterladen und für die Anbieterprüfung deiner Kanzlei verwenden.

Auf der Checklisten-Seite kannst du die zehn Punkte im Einzelnen nachlesen. Für die praktische Prüfung sind insbesondere die Vereinbarungen, Trainingsnutzung, Löschung, Datenstandorte, Sub-Dienstleister und Informationspflichten relevant.

Schritt 3: Checkliste und Vertragsunterlagen gemeinsam prüfen

Ordne jedem Themenbereich die zugehörigen Unterlagen zu. Wo findest du die Zusage im Vertrag? Welche Sicherheitsbeschreibung erläutert sie? Welche Fragen bleiben für euren Einsatz offen? Eine kurze Tabelle mit Thema, Dokument, Stand, offener Frage und verantwortlicher Person hilft dabei.

Die Checkliste nennt die Bereitschaft zu einer Vereinbarung gemäß § 40 Abs. 3 RL-BA und zu einer Auftragsverarbeitungsvereinbarung gemäß Art. 28 DSGVO. Prüfe deshalb auch die Vertragsunterlagen für eure tatsächliche Zusammenarbeit. Einen strukturierten Ablauf dafür findest du im Artikel AVV prüfen mit KI.

Schritt 4: Offene Fragen klären und die Entscheidung festhalten

Gehe offene Punkte mit dem Anbieter durch, bevor der freizugebende Arbeitsablauf mit Mandatsdaten beginnt. Halte die Antworten zusammen mit den Unterlagen fest. Dokumentiere anschließend, für welche Aufgaben das Werkzeug freigegeben wird, welche Regeln gelten und wer die Entscheidung verantwortet.

Zur Freigabe gehört auch der interne Umgang mit Ergebnissen. Lege fest, wie Aussagen, Fundstellen und Formulierungsvorschläge geprüft werden. Die Anbieterprüfung und die fachliche Kontrolle der KI-Ergebnisse sind zwei Schritte desselben Kanzleiprozesses.

Schritt 5: Die Dokumentation aktuell halten

Lege fest, wer Informationen des Anbieters entgegennimmt und prüft, ob sie eure Freigabe betreffen. Die ÖRAK-KI-Checkliste enthält eine Informationszusage, wenn Anforderungen nicht mehr erfüllt werden oder gefährdet sind. Deine Dokumentation sollte solche Meldungen und die daraus folgenden Entscheidungen aufnehmen können.

Überprüfe die Freigabe auch, wenn sich eure Nutzung ändert: zusätzliche Datenarten, neue Arbeitsabläufe oder ein größerer Nutzerkreis können neue Fragen aufwerfen. Im Leitfaden zur KI-Einführung in der Kanzlei findest du Hinweise zu Pilot, Schulung und internen Regeln.

KI-Leitfaden und Datensicherheits-Leitfaden zusammen verwenden

Der ÖRAK-KI-Leitfaden behandelt den Einsatz von KI und enthält die Checkliste für Anbieter. Der ÖRAK-Datensicherheits-Leitfaden ergänzt den Blick auf die IT-Sicherheit deiner Kanzlei. Nutze beide Dokumente passend zu ihrem jeweiligen Gegenstand: die KI-Checkliste für die Zusagen des KI-Anbieters und die Datensicherheitsunterlagen für eure organisatorische und technische Umgebung.

Die Originalunterlagen findest du beim Österreichischen Rechtsanwaltskammertag. Für die Prüfung von CASUS kannst du die ausgefüllte und unterzeichnete ÖRAK-KI-Checkliste direkt herunterladen.

Häufige Fragen zur Anbieterprüfung

Wo finde ich die unterzeichnete ÖRAK-KI-Checkliste von CASUS?

Auf der CASUS-Checklisten-Seite findest du die Bestätigung als PDF und einen Überblick über die zehn Anforderungen.

Welche Unterlagen sollte meine Kanzlei zusätzlich prüfen?

Stelle die Vertrags- und Sicherheitsunterlagen für euren konkreten Einsatz zusammen. Dazu gehören Angaben zur Verarbeitung und Speicherung, Sub-Dienstleistern, Sicherheitsmaßnahmen und Löschung.

Wie dokumentiere ich die Anbieterprüfung?

Halte den geplanten Einsatz, die geprüften Unterlagen mit ihrem Stand, offene Fragen, Antworten des Anbieters und die verantwortliche Freigabe fest.

Wann sollte ich die Prüfung erneut ansehen?

Bei Änderungen des Anbieters oder eures Einsatzes solltest du prüfen, ob die bisherige Freigabe weiterhin passt. Lege intern fest, wer solche Änderungen aufnimmt und bewertet.