KI-Vertragsprüfung bezeichnet den Einsatz von Legal-AI-Plattformen, um Verträge automatisiert auf Risiken, Lücken und Abweichungen vom Standard zu analysieren. CASUS bietet dafür einen strukturierten Review-Workflow mit partei-spezifischer Risikoanalyse, Severity-Priorisierung und direkter Bearbeitungsmöglichkeit in Microsoft Word – mit Verarbeitung innerhalb der EU und der Schweiz, ohne Datenweitergabe in die USA und mit Zero Data Retention.
Warum KI-gestützte Vertragsprüfung in Österreich an Bedeutung gewinnt
Österreichische Kanzleien und Inhouse-Legal-Teams stehen unter konstantem Zeitdruck. Große Transaktionen bringen Vertragsstapel mit sich, die manuell kaum vollständig zu prüfen sind. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen: Die DSGVO gilt unmittelbar, das Datenschutzgesetz ergänzt sie im nationalen Recht, und der EU AI Act greift seit Februar 2025 gestaffelt.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Viele Unternehmen prüfen Verträge noch immer manuell, Seite für Seite. Eine übersehene Haftungsklausel oder eine fehlende Kündigungsregelung kann erhebliche finanzielle Folgen haben – bei Bauverträgen, Lieferrahmenverträgen oder langlaufenden Dienstleistungsvereinbarungen geht es schnell um sechsstellige Beträge, die sich aus einer einzigen Klausel ergeben.
KI-gestützte Vertragsprüfung setzt genau dort an: nicht um menschliche Einschätzung zu ersetzen, sondern um die Grundlagenarbeit schneller und vollständiger zu erledigen.
Wie funktioniert KI-gestützte Vertragsprüfung?
KI-Vertragsprüfung analysiert ein Vertragsdokument automatisch auf Basis definierter Kriterien und liefert strukturierte Findings mit Risikostufe, Partei-Zuordnung und Verbesserungsoptionen.
Der Ablauf ist im Kern folgender: Das Dokument wird hochgeladen oder direkt in Word geöffnet. Die KI erkennt die Vertragsparteien und analysiert Klauseln aus der Perspektive der jeweiligen Partei. Jedes Finding bekommt einen Schweregrad – niedrig, mittel oder hoch – und wird einer konkreten Vertragspartei zugeordnet. Aus dieser Analyse entstehen direkt nutzbare Formulierungsvorschläge.
Der entscheidende Unterschied zu einem manuellen Review liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern in der Systematik. Eine KI prüft jede Klausel nach denselben Kriterien – ohne Ermüdung und ohne Wissenslücken, die aus Zeitdruck entstehen.
Was ein Risk & Quality Review konkret liefert
Der Risk & Quality Review von CASUS liefert keine generischen Warnhinweise, sondern partei-spezifische Befunde. Das bedeutet: Wenn ein Vertrag eine Haftungsregelung ohne Cap enthält, wird nicht nur das Risiko markiert, sondern auch festgehalten, für welche Partei dieses Risiko relevant ist und wie schwer es wiegt.
Pro Finding gibt es konkrete Verbesserungsvorschläge als Formulierungsoptionen. Diese können direkt in Word übernommen werden, korrekt formatiert, ohne Copy-Paste-Aufwand. Das verkürzt den Weg von der Analyse zur überarbeiteten Vertragsversion erheblich.
Was ein Benchmark-Vergleich leistet
Ein anderer Anwendungsfall ist der Abgleich mit einem Referenzstandard. Der Benchmark-Workflow prüft, ob ein vorliegender Vertrag den internen Playbook-Anforderungen oder gängigen Best Practices entspricht – etwa für SPAs, NDAs oder Auftragsverarbeitungsverträge.
Das Ergebnis zeigt, welche Standardklauseln fehlen, welche unvollständig ausgestaltet sind und wo der Vertrag vom Standard abweicht. Zusätzlich gibt es einen Prozentwert, der die Übereinstimmung mit dem Standard abbildet. Fehlende Klauseln können mit einem Klick an der richtigen Stelle im Dokument eingefügt werden, mit korrekter Formatierung und Nummerierung.
Datenschutz und Berufsrecht: Was österreichische Unternehmen und Kanzleien wissen müssen
Vertragsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen, die ein Unternehmen hat. Klauseln zu Haftung, Preisen, M&A-Strukturen oder IP-Rechten dürfen nicht unkontrolliert in externe Systeme fließen.
Für Unternehmen ist der Maßstab die DSGVO: Der Einsatz einer Legal-AI-Plattform ist Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO und braucht einen entsprechenden Vertrag. Für Kanzleien kommt das Berufsrecht hinzu, und es ist der konkretere Maßstab. Die Verschwiegenheit nach § 9 RAO wird durch das Umgehungsverbot des § 9 Abs. 3 RAO und des § 157 Abs. 2 StPO flankiert, das ausdrücklich auf Datenträgern gespeicherte Informationen erfasst. § 40 Abs. 3 RL-BA 2015 erlaubt seit September 2020 ausdrücklich den Einsatz externer Dienstleister zur elektronischen Datenverarbeitung – ohne Zustimmung der Mandantschaft, sofern fünf Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Dazu zählen die nachweisliche vertragliche Überbindung der Verschwiegenheit, die unverzügliche Information bei behördlichen Zugriffen wie einer Sicherstellung oder Hausdurchsuchung (Z 3) und die Auskunft über die Kategorien eingesetzter Subunternehmer (Z 5).
CASUS hostet in der Google Cloud in Zürich; die KI-Inferenz läuft über Vertex AI in Belgien und Azure OpenAI in Switzerland North und Sweden Central. Es gibt keine Inferenz in den USA. CASUS und berechtigte Mitarbeitende sind nach § 9 RAO und § 40 RL-BA 2015 vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Das Produkt arbeitet mit Zero Data Retention – Dokumente werden nicht gespeichert oder für Modelltraining verwendet. Zusätzlich lässt sich ausschließen, dass menschliche Mitarbeitende beim Anbieter Zugang zu hochgeladenen Inhalten erhalten. Mehr zu den technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen findet sich auf der Sicherheitsseite.
Praktischer Einsatz in Kanzleien und Inhouse-Teams
Anwendungsfall Kanzlei: Verhandlungsvorbereitung
Für Anwältinnen und Anwälte, die Verträge im Auftrag von Mandanten prüfen, ist Zeit ein knappes Gut. Ein strukturierter KI-Review liefert in kurzer Zeit eine priorisierte Liste von Risiken und Verhandlungspunkten. Das Gespräch mit der Mandantschaft kann sich sofort auf das Wesentliche konzentrieren – anstatt dass Stunden in das Durchlesen von Standardklauseln fließen.
Der AI Chat mit Agent Mode ergänzt das: Konkrete Fragen zum Dokument können im Chat gestellt werden, mit Antworten, die direkt auf die relevante Textstelle verweisen. Änderungen lassen sich direkt aus dem Chat heraus im Word-Dokument umsetzen.
Anwendungsfall Inhouse: Vielzahl gleichartiger Verträge
Inhouse-Teams, die regelmäßig Lieferantenverträge, Dienstleistungsvereinbarungen oder NDAs prüfen, profitieren besonders von einer konsistenten Prüflogik. Statt dass jeder Mitarbeitende seine eigenen Prüfpunkte im Kopf hat, wird der Prüfprozess über Playbooks standardisiert.
Wer gleichzeitig viele Dokumente analysieren muss – etwa bei einer Due Diligence oder einem Compliance-Review – kann den AI Data Room nutzen. Dabei werden dutzende oder hunderte Dokumente parallel verarbeitet, und die Extraktion erfolgt nach selbst definierten Feldern und Klauselthemen.
Qualitätskontrolle vor Versand
Vor dem Versand eines Vertragsentwurfs lohnt sich ein letzter Konsistenz-Check. Der Proofread-Workflow prüft Rechtschreibung, Grammatik und einheitliche Terminologie, aber auch formale Punkte wie Cross-References, Definitionen, Anhänge und offene Platzhalter. Das ist kein Ersatz für die juristische Prüfung, aber ein verlässliches Netz für typische Flüchtigkeitsfehler.
Was KI-Vertragsprüfung nicht leistet
Ehrlichkeit gehört hier dazu: KI-gestützte Vertragsprüfung ist kein Ersatz für das juristische Urteil eines erfahrenen Anwalts. Die KI liefert strukturierte, quellenbasierte Ergebnisse – die Einschätzung, ob eine Klausel im konkreten Fall akzeptabel ist, bleibt menschliche Aufgabe.
Auch der Anspruch auf Vollständigkeit gilt nicht absolut. Extraktion und Analyse folgen definierten Kriterien und Prompts. Was nicht abgefragt wird, wird auch nicht gemeldet.
Der Nutzen liegt in der systematischen Grundlagenarbeit: schneller, konsistenter und weniger fehleranfällig als ein manueller Durchlauf.
CASUS ausprobieren
CASUS ist als Microsoft Word Add-in und als Web-App verfügbar. Österreichische Kanzleien und Inhouse-Teams können die Plattform direkt testen – mit Verarbeitung innerhalb der EU und der Schweiz, ohne US-Datentransfer und mit Zero Data Retention. Der Einstieg ist kostenlos möglich.
FAQ
Was ist KI-Vertragsprüfung?
KI-Vertragsprüfung bezeichnet den automatisierten Einsatz von Sprachmodellen und Legal-AI-Systemen, um Verträge auf Risiken, Klausellücken und Abweichungen von einem Referenzstandard zu analysieren. Das Ergebnis sind strukturierte Findings mit Risikostufe und Handlungsempfehlungen – keine Zusammenfassung, sondern eine priorisierte Analyse.
Wie unterscheidet sich CASUS von generischen KI-Tools wie ChatGPT?
CASUS ist speziell für juristische Dokumentenarbeit entwickelt, mit definierten Review-Workflows, partei-spezifischer Risikoanalyse und direkter Integration in Microsoft Word. Im Gegensatz zu generischen KI-Tools werden Dokumente nicht gespeichert (Zero Data Retention) und nicht für Modelltraining verwendet. Die Verarbeitung erfolgt innerhalb der EU und der Schweiz.
Ist KI-Vertragsprüfung DSGVO-konform?
Das hängt vom gewählten Anbieter ab. Der Einsatz ist Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO und braucht einen entsprechenden Vertrag. CASUS verarbeitet innerhalb der EU und der Schweiz, überträgt keine Daten in die USA, arbeitet mit Zero Data Retention und lässt menschliche Einsicht beim Anbieter ausschließen.
Was gilt für Kanzleien zusätzlich zur DSGVO?
Für Kanzleien gilt das Berufsrecht. § 40 Abs. 3 RL-BA 2015 erlaubt den Einsatz externer Dienstleister zur elektronischen Datenverarbeitung ohne Zustimmung der Mandantschaft, wenn fünf Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind – unter anderem die nachweisliche vertragliche Überbindung der Verschwiegenheit, die Information bei behördlichen Zugriffen und die Auskunft über die Kategorien der Subunternehmer. Flankiert wird das durch das Umgehungsverbot nach § 9 Abs. 3 RAO und § 157 Abs. 2 StPO.
Wie lange dauert eine KI-gestützte Vertragsprüfung?
Je nach Umfang und Komplexität des Vertrags dauert ein strukturierter KI-Review typischerweise Minuten statt Stunden. Die eigentliche Zeitersparnis entsteht weniger beim ersten Durchlauf als bei der Priorisierung: Die KI liefert sofort eine Rangliste der relevantesten Risiken, sodass sich die Bearbeitung direkt auf die wichtigsten Punkte konzentrieren kann.
Kann KI-Vertragsprüfung einen Anwalt ersetzen?
Nein. KI-Vertragsprüfung ersetzt nicht das juristische Urteil. Die KI liefert strukturierte, nachvollziehbare Analyse – die Einschätzung der rechtlichen Konsequenzen und die Verhandlungsstrategie bleiben menschliche Aufgabe. Der Nutzen liegt in der Automatisierung der Grundlagenarbeit, nicht in der rechtlichen Beurteilung.
Welche Vertragstypen können mit CASUS geprüft werden?
CASUS ist nicht auf bestimmte Vertragstypen beschränkt. Typische Anwendungsfälle sind NDAs, SPAs, Dienstleistungsverträge, Auftragsverarbeitungsverträge und Lieferantenverträge. Der Benchmark-Workflow arbeitet mit einem internen Playbook oder Best-Practice-Standards, die für den jeweiligen Vertragstyp definiert werden.
Wo werden die Daten bei CASUS verarbeitet?
Gehostet wird in der Google Cloud in Zürich, die KI-Inferenz läuft in Belgien, der Schweiz und Schweden. Es gibt keine Inferenz in den USA. Hochgeladene Dokumente werden nach der Verarbeitung nicht gespeichert (Zero Data Retention).







