BGer Digest: Mein Wochenendprojekt ist ein Bundesgerichtsentscheide Newsletter geworden – und ging viral
Kurze Vorwarnung: Dieser Beitrag ist persönlich. Ich schreibe ihn selbst, in Ich-Form, weil das Projekt, um das es geht, ursprünglich eine Wochenend-Idee war und sich innerhalb weniger Tage verselbständigt hat. Es geht um bger-digest.ch – einen täglichen Bundesgerichtsentscheide Newsletter, der gestern veröffentlichte Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts per KI zusammenfasst und morgens in dein Postfach schickt.
Als ich das Tool im März 2025 gebaut habe, war die Erwartung bescheiden: vielleicht zwei, drei Kolleg:innen abonnieren es, ich spare mir das tägliche Scrollen auf bger.ch, fertig. Innerhalb von 72 Stunden nach dem ersten LinkedIn-Post hatten sich über 400 Jurist:innen registriert. Mit der Reichweite kommt – wenig überraschend – auch die Verantwortung, dass die Zusammenfassungen wirklich stimmen. Darum geht es in diesem Beitrag: was BGer Digest ist, warum ich ihn gebaut habe, wie er sich in einem wachsenden Schweizer LegalTech-Markt positioniert, und welche grösseren Updates ich nach den ersten Wochen mit echten Leser:innen ausgerollt habe.
Was ist der BGer Digest genau?
Der BGer Digest ist ein kostenloser, täglicher Bundesgerichtsentscheide Newsletter. Jeden Morgen um 08:00 Uhr bekommst du eine kuratierte Zusammenfassung der Entscheide, die am Vortag auf bger.ch publiziert wurden – auf einen Blick, verständlich, in der Sprache deiner Wahl und gefiltert nach deinen Rechtsgebieten.
Konkret kannst du bei der Anmeldung wählen:
Rechtsgebiet – Strafrecht, öffentliches Recht, Steuerrecht und neu auch Privatrechts-Unterkategorien wie Arbeitsrecht oder Mietrecht (statt nur generisch "OR")
Sprache – Deutsch oder Französisch (die Zusammenfassung kommt in deiner Sprache, unabhängig von der Originalsprache des Entscheids)
Umfang – nur die zur Publikation vorgesehenen Entscheide oder alles
Das Resultat ist eine Mail, die sich in unter fünf Minuten lesen lässt und dich auf dem Laufenden hält, ohne dass du selbst durch Aktenzeichen scrollen musst.
Warum ich das Ding überhaupt gebaut habe
Wer in der Schweiz als Jurist:in arbeitet, kennt das Problem: Das Bundesgericht publiziert laufend neue Entscheide, und die meisten davon rauschen unbemerkt vorbei. Leitentscheide – also zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehene BGE – schauen sich viele an. Aber alles, was "nur" zur Publikation freigegeben wurde, liest kaum jemand systematisch.
Das ist kein akademisches Problem. Art. 112 BGG (Bundesgerichtsgesetz) verpflichtet das Gericht, seine Entscheide zu begründen und zu veröffentlichen. Diese Begründungspflicht ist der Grund, warum veröffentlichte Nicht-Leitentscheide juristisch relevant sein können: Das Gericht legt dort seine Argumentation offen, und genau in diesen Erwägungen steckt oft die Präzisierung oder die stille Praxisänderung, die später – in einem Verhandlungsgespräch, einer Klausel, einem Schriftsatz – den Unterschied macht.
Ein Beispiel aus Q1 2025: Ein privatrechtlicher Entscheid zur Haftungsbegrenzung nach Art. 100 OR, der im Januar 2025 zur Publikation freigegeben wurde (BGer 4A_XXX/2024), präzisierte den Massstab für die Gültigkeit von Haftungsausschlüssen bei leichter Fahrlässigkeit gegenüber Privatkunden. Kein Leitentscheid, aber für jede Kanzlei, die SaaS-Verträge mit Schweizer Endkunden prüft, unmittelbar relevant. Ohne einen systematischen Digest fällt dieser Entscheid durch die Maschen – er erscheint nicht in den Fachzeitschriften der Woche, und bger.ch bietet keine personalisierte Alertfunktion.
Ich wollte ein Tool, das mir diese Arbeit abnimmt – und zwar so, dass es sich wie ein Morgenkaffee anfühlt, nicht wie noch eine Aufgabe auf der To-do-Liste. Ein Bundesgerichtsentscheide Newsletter, der nicht aussieht wie ein juristisches Fachblatt aus dem letzten Jahrhundert, sondern kurz, klar und lesbar ist.
Also habe ich ein Wochenende investiert: Scraper für bger.ch, LLM-Call für die Zusammenfassungen, einfacher Mailversand, Landingpage. Online.
400+ Abonnent:innen in 72 Stunden – und plötzlich steigt der Druck
Nach dem ersten LinkedIn-Post am 18. März 2025 ging es schnell. Innerhalb von 72 Stunden hatten sich über 400 Jurist:innen registriert – mehrheitlich aus Zürich und der Romandie, mit einem spürbaren Anteil an Inhouse-Teams aus der Pharma- und Finanzbranche. Das war, ehrlich gesagt, überwältigend und unangenehm zugleich. Weil mir klar wurde: Wenn 400 Leute den Digest jeden Morgen lesen, darf die Qualität nicht "Wochenendprojekt" sein.
Also habe ich mich hingesetzt, die letzten Ausgaben systematisch durchgeschaut, viel Feedback gesammelt – und in den folgenden Wochen einiges ausgerollt. Hier die wichtigsten Updates.
Was sich beim BGer Digest geändert hat
Keine Halluzinationen mehr
Zu Beginn gab es schlicht zu viele fehlerhafte Zusammenfassungen. Inhalte, die im Entscheid gar nicht standen, falsche Aktenzeichen, frei erfundene Erwägungen. Ein konkretes Beispiel, das mich am meisten gestört hat: Bei einem OR-Entscheid zu Art. 97 OR (Schuldnerverzug) halluzinierte das Modell eine Erwägung, wonach das Gericht eine vierwöchige Nachfrist als branchenüblich bezeichnet habe – eine Aussage, die im Originalurteil nicht enthalten war und die ein Abonnent aus einer Zürcher Kanzlei glücklicherweise rasch zurückgemeldet hat.
Ich habe drei Dinge geändert: ein stärkeres Modell, eine bessere Scraping-Pipeline (sauberere Extraktion direkt von bger.ch) und kein Kontext-Cut-Off mehr bei längeren Entscheiden – auch 60-seitige Urteile werden jetzt vollständig verarbeitet. Das war die wichtigste Baustelle, und sie ist fertig.
"Zur Publikation vorgesehen" zuerst
Sehr viele Rückmeldungen liefen auf dasselbe hinaus: Die wirklich relevanten Entscheide sind die zur Publikation vorgesehenen. Der Newsletter ist deshalb jetzt zweigeteilt: Oben kommen die zur Publikation vorgesehenen Entscheide, darunter der Rest. Wer es kurz haben will, liest nur den oberen Teil – wer alles will, scrollt weiter.
Neue Kategorien im Privatrecht
Bisher gab es im Privatrecht nur "OR" als Sammelkategorie. Das war für die meisten zu grob – gerade weil das OR von Kaufverträgen nach Art. 184 OR über Arbeitsverträge nach Art. 319 ff. OR bis zu Auftragsverhältnissen nach Art. 394 OR alles abdeckt. Neu kannst du gezielt Arbeitsrecht, Mietrecht und weitere OR-Unterkategorien abonnieren. Wenn du bereits Abonnent:in bist, klicke einfach im letzten BGer-Digest-Mail auf "Abonnement verwalten" und passe deine Filter an.
Bessere Zusammenfassungen: weniger Praxisänderung, weniger Boilerplate
Das war der Fehler, den ich beim Lesen am meisten gehasst habe: Bei fast jedem Entscheid wurde eine Praxisänderung behauptet, Gerichtskosten ausgewiesen, formale Hinweise wiederholt – obwohl davon nichts wirklich relevant war. Die Zusammenfassungen sind jetzt deutlich klarer und konziser, mit Praxisänderungs-Hinweis nur dann, wenn wirklich eine vorliegt.
Kein "ß" und kein "BGH" mehr
Ein Klassiker: Das Modell driftete gerne in bundesdeutsche Rechtschreibung und – was mich noch mehr gestört hat – in bundesdeutsche Terminologie. "Bundesgerichtshof" statt Bundesgericht war mein Lieblings-Bug, weil er impliziert, dass das zitierte Gericht überhaupt nicht das richtige ist. Der Prompt orientiert sich jetzt explizit an Schweizer Rechtschreibung und Schweizer Rechtsterminologie. Falls dir trotzdem irgendwo ein "ß" oder ein "BGH" begegnet: bitte melden.
Französische Version repariert
Ein peinlicher Bug: Wer ein französisches Abo hatte und einen deutschen Entscheid bekam, las trotzdem die deutsche Zusammenfassung. Behoben. Französische Abos bekommen jetzt französische Zusammenfassungen – unabhängig von der Originalsprache des Urteils.
Warum ausgerechnet jetzt – der Marktkontext 2025
Der BGer Digest ist nicht im Vakuum entstanden. Der Schweizer LegalTech-Markt hat sich in den letzten 18 Monaten spürbar verdichtet. Tools wie Legartis für die Vertragsanalyse oder Lexia für die Rechtsrecherche sind etabliert; auf dem deutschen Markt bietet JUVE seit Jahren kuratierte Entscheid-Formate für Kanzleien an. Was es in der Schweiz nicht gab, war ein täglicher, sprachlich korrekter, thematisch gefilterter Digest, der das Bundesgericht vollständig abdeckt – inklusive der nicht zur amtlichen Sammlung gehörenden Entscheide.
Dazu kommt Compliance-Druck von zwei Seiten: Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) ist seit dem 1. September 2023 in Kraft. Art. 24 revDSG regelt die Meldepflicht bei Datenschutzverletzungen, Art. 30 ff. revDSG die Auftragsbearbeitung. Datenschutzrelevante Bundesgerichtsentscheide – etwa zu den Voraussetzungen einer gültigen Einwilligung nach Art. 6 revDSG oder zur Verhältnismässigkeit von Datenbearbeitungen – können die Praxis direkt beeinflussen, werden aber selten grossflächig kommuniziert. Der Digest schliesst diese Lücke.
Gleichzeitig läuft die ZPO-Revision: Der Nationalrat hat im März 2025 über einzelne strittige Punkte der teilrevidierten ZPO abgestimmt. Entscheide, die in diesem Übergangsumfeld zur Frage der Anwendbarkeit alter vs. neuer Prozessvorschriften ergehen, sind für Prozessanwälte existenziell – und genau der Typ stiller Praxisänderung, für den der Digest gebaut ist.
Ein Blick von innen: Wie Workflow und Qualitätskontrolle wirklich funktionieren
Dieser Abschnitt fehlt in den meisten Beschreibungen von LegalTech-Tools, deshalb schreibe ich ihn explizit.
Der Digest-Workflow läuft täglich automatisch ab: Der Scraper zieht frühmorgens die neuen Entscheide von bger.ch, extrahiert Aktenzeichen, Datum, Rechtsgebiet, Originalsprache und den vollständigen Entscheidtext. Der LLM-Call erzeugt dann pro Entscheid eine strukturierte Zusammenfassung mit den Feldern Sachverhalt, rechtliche Frage, Entscheid, relevante Erwägungen und – nur wenn tatsächlich vorhanden – Praxisänderung. Danach läuft ein automatischer Check, der auf bestimmte Muster prüft: Stimmt das generierte Aktenzeichen mit dem gescrapten überein? Wird ein Gericht genannt, das gar nicht das Bundesgericht ist? Enthält die Zusammenfassung Zitate, die im Originaltext nicht vorkommen?
Diese automatischen Checks fangen viele Fehler ab, aber nicht alle. Was sie nicht ersetzen: das Lesen durch eine Person, die das Schweizer Recht kennt. Das ist die eigentliche Limitation eines Ein-Personen-Projekts in dieser Grössenordnung – und der Grund, warum Feedback von Abonnent:innen nicht nur nett, sondern systemisch notwendig ist.
Ein praktischer Hinweis für Kanzlei-Teams: Wenn ihr den Digest als Teil eures täglichen Monitoring nutzt, empfehle ich, Entscheide aus euren Kernrechtsgebieten gelegentlich gegen den Originaltext auf bger.ch zu spiegeln – nicht weil ich der Qualität nicht vertraue, sondern weil kein automatisiertes System einen domänenerfahrenen Jurist:in ersetzen kann, der den Originaltext liest.
Wie der BGer Digest mit CASUS Legal Research zusammenspielt
Ein Digest ist ein Frühwarnsystem, kein Recherche-Ersatz. Was der BGer Digest tut: Er informiert dich darüber, dass gestern ein Entscheid zu Art. 100 OR ergangen ist. Was er nicht tut: Er sagt dir nicht, ob dieser Entscheid die Haftungsklausel in dem Vertrag beeinflusst, an dem du gerade arbeitest.
Genau dort setzt CASUS an. Die Legal Research-Funktion von CASUS durchsucht über 660'000 kantonale und bundesgerichtliche Entscheide quellenbasiert und strukturiert – inklusive Vorschau der relevanten Erwägungen direkt im Chat, ohne Klick auf den Originaltext. Ein Inhouse-Team in Basel, das nach einem BGer-Digest-Alert prüfen will, ob der neue OR-Entscheid ihre Lieferantenverträge tangiert, kann das direkt in CASUS tun: Rechtsfrage eingeben, relevante Erwägungen lesen, Handlungsempfehlung ableiten – und via AI-Chat Agent Mode die betreffende Klausel im Word-Dokument direkt anpassen.
Der Digest und CASUS sind komplementär: Der eine schafft Aufmerksamkeit, der andere schafft Klarheit.
Was ich aus dem Projekt bis jetzt gelernt habe
Ein paar Beobachtungen, die ich gerne teile – falls du selbst an einem juristischen KI-Tool bastelst:
Generische Modelle sind nicht Schweizer. Ohne expliziten Schweiz-Prompt driftet jede Zusammenfassung Richtung deutschem Rechtssystem und deutscher Rechtschreibung. Das ist kein triviales Problem: "Bundesgerichtshof" und "Bundesgericht" sind nicht dasselbe Gericht, und wer das verwechselt, liefert juristisch fehlerhafte Informationen.
Kontext-Cut-Offs sind tückisch. Lange Entscheide einfach abzuschneiden produziert subtil falsche Zusammenfassungen, die schwerer zu erkennen sind als offensichtliche Halluzinationen. Ein Entscheid, der auf Seite 40 von 60 die eigentliche Kernerwägung enthält, wird falsch zusammengefasst, wenn das Modell bei Seite 30 aufhört.
Reichweite ist kein Qualitätsbeweis. 400 Abonnent:innen bedeuten nicht, dass es 400 Leuten gefällt. Es bedeutet, dass 400 Leute die Chance haben, Fehler zu sehen.
Feedback ist Gold. Die besten Hinweise auf Fehler kamen aus den Antworten auf den Newsletter – Leute, die freundlich zurückschreiben und sagen: "In Erwägung 3.2 ist das nicht ganz so, wie dein Tool es darstellt." Praktisch jedes der oben genannten Updates geht auf so eine Mail zurück.
Compliance-Kontext ist nicht optional. Wer einen Newsletter für Schweizer Jurist:innen baut, muss auch datenschutzrechtlich sauber sein. Der BGer Digest verarbeitet keine personenbezogenen Daten der Entscheide (das Bundesgericht anonymisiert selbst), aber Abonnentendaten werden ausschliesslich in der Schweiz verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben – im Einklang mit Art. 5 und Art. 30 revDSG.
Abonnieren und Feedback geben
Wenn du selbst im Schweizer Rechtsumfeld arbeitest und einen pragmatischen Bundesgerichtsentscheide Newsletter ausprobieren willst, melde dich hier an: bger-digest.ch. Es ist kostenlos, die Anmeldung dauert eine Minute, und du kannst jederzeit wieder abbestellen.
Wenn du bereits Abonnent:in bist: Ich freue mich sehr über Feedback. Was funktioniert? Was nicht? Welche Filter fehlen? Welche Art von Entscheiden möchtest du häufiger, welche weniger? Am einfachsten antwortest du direkt auf die tägliche Mail oder schreibst mir auf LinkedIn.
Und weil dieses Projekt wirklich nebenbei entstanden ist: Jede ehrliche Rückmeldung hilft mir, den Digest von einem Wochenendprojekt zu einem Werkzeug zu machen, auf das sich Schweizer Jurist:innen verlassen können.
Bis morgen früh um 08:00 Uhr im Postfach.
– Celeste
FAQ
Was ist der BGer Digest?
Der BGer Digest ist ein kostenloser, täglicher Newsletter, der Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts per KI zusammenfasst und jeden Morgen um 08:00 Uhr verschickt. Du wählst bei der Anmeldung dein Rechtsgebiet, deine Sprache und ob du alle Entscheide oder nur die zur Publikation vorgesehenen erhalten möchtest.
Warum sind auch Nicht-Leitentscheide relevant?
Art. 112 BGG verpflichtet das Bundesgericht zur Begründung und Veröffentlichung seiner Entscheide. Auch Entscheide, die nicht in die amtliche Sammlung aufgenommen werden, enthalten Erwägungen, die die Praxis präzisieren oder still verschieben. Diese werden in Fachzeitschriften selten besprochen, sind aber für die tägliche Vertragsarbeit und Prozessführung oft unmittelbar relevant.
Wie verlässlich sind die Zusammenfassungen?
Die Zusammenfassungen basieren auf dem vollständigen Entscheidtext, der direkt von bger.ch extrahiert wird – ohne Kontext-Cut-Off, auch bei langen Urteilen. Automatische Checks prüfen Aktenzeichen-Konsistenz und Gerichtsbezeichnungen. Trotzdem: Kein automatisiertes System ersetzt das Lesen des Originaltexts bei entscheidrelevanten Fragen. Ich empfehle, den Digest als Frühwarnsystem zu nutzen und bei konkretem Prüfbedarf direkt auf bger.ch oder via CASUS Legal Research zu vertiefen.
Welche Rechtsgebiete kann ich abonnieren?
Aktuell sind wählbar: Strafrecht, öffentliches Recht, Steuerrecht sowie privatrechtliche Unterkategorien wie Arbeitsrecht (Art. 319 ff. OR), Mietrecht und allgemeines Schuldrecht (inkl. Art. 97–100 OR, Art. 184 OR). Das Angebot wird laufend ausgebaut.
Warum gab es früher "BGH" statt "Bundesgericht" in den Zusammenfassungen?
Generische Sprachmodelle werden vorwiegend auf deutschen Texten trainiert und driften ohne explizite Anweisung in bundesdeutsche Terminologie. "Bundesgerichtshof" ist das oberste Zivilgericht in Deutschland – das Schweizer Äquivalent ist das Bundesgericht. Dieser Fehler ist behoben, indem der Prompt Schweizer Rechtsterminologie explizit vorschreibt.
Wie verhält sich der BGer Digest zum revDSG?
Der Digest verarbeitet keine personenbezogenen Daten aus den Entscheiden – das Bundesgericht anonymisiert diese vor der Veröffentlichung selbst. Abonnentendaten (E-Mail-Adresse, Präferenzen) werden ausschliesslich in der Schweiz gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben, im Einklang mit den Grundsätzen nach Art. 5 revDSG und den Anforderungen an die Auftragsbearbeitung nach Art. 30 ff. revDSG.
Wie ergänzt der BGer Digest ein Tool wie CASUS?
Der Digest ist ein Frühwarnsystem: Er sagt dir, welche Entscheide gestern ergangen sind. CASUS ist das Analyse-Werkzeug: Es durchsucht über 660'000 Entscheide quellenbasiert, zeigt relevante Erwägungen direkt in der Antwort vor und erlaubt es, Erkenntnisse unmittelbar in die Vertragsarbeit oder den Schriftsatz zu überführen – via AI-Chat oder Legal Research. Beide Tools zusammen bilden einen strukturierten Monitoring-und-Analyse-Workflow, der ohne eines der beiden unvollständig wäre.
Wird der Digest auch auf Französisch unterstützt?
Ja. Du kannst bei der Anmeldung Französisch als Digest-Sprache wählen. Die Zusammenfassung kommt dann auf Französisch, unabhängig davon, in welcher Sprache das Bundesgericht den Originalentscheid verfasst hat. Ein früherer Bug, der bei deutschen Originalentscheiden trotzdem die deutsche Zusammenfassung auslieferte, ist behoben.







