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Legal Operations: KI in der Rechtsabteilung

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Wer wir sind

Legal Operations mit KI in der Rechtsabteilung wird nützlich, wenn ein definierter Workflow, verantwortliche Kontrolle und ein messbares Ergebnis isolierte Experimente ersetzen. Beginnt mit einer wiederkehrenden Aufgabe, deren Input und erwartete Ausgabe bekannt sind. Legt Daten- und Qualitätsregeln vor dem ersten realen Fall fest und skaliert nur Abläufe, die den Pilot bestehen.

Einen Workflow statt eines allgemeinen Versprechens wählen

«KI einsetzen» ist kein Betriebsmodell. Eine Rechtsabteilung muss den Arbeitsschritt benennen, der sich verändern soll. Gute Kandidaten treten häufig genug für einen Test auf, lassen sich vergleichen und sind wichtig genug, damit eine Verbesserung zählt.

Geeignet sind etwa die erste Prüfung wiederkehrender Verträge, der Vergleich mit einem freigegebenen Playbook, die Extraktion definierter Klauseln aus mehreren Dokumenten, quellenbasierte Recherche oder eine abschließende Konsistenzkontrolle. Offene strategische Beratung kann ebenfalls unterstützt werden, ist zu Beginn aber schwerer zu standardisieren und zu messen.

Beschreibt den ausgewählten Workflow in einem Satz: Input, Aufgabe, Ausgabe und verantwortliche Kontrolle. Bleibt dieser Satz unklar, ist auch der Pilot noch nicht bereit.

Risiken vor der Produktauswahl abbilden

Dasselbe Werkzeug kann je nach Workflow andere Risiken haben. Öffentliche Rechtsquellen, anonymisierte Klauseln und ein Bestand realer Verträge benötigen nicht dieselben Kontrollen. Klassifiziert die geplanten Daten und entscheidet vor der Freischaltung, was in das System gelangen darf.

Die Prüfung umfasst Vertraulichkeit, Personendaten, Geschäftsgeheimnisse, Aufbewahrung, Zugriff, Löschung, Unterauftragnehmer und Vorfallbehandlung. Verwendet aktuelle vertragliche und technische Belege des Anbieters. Weder ein bekannter Markenname noch Hosting-Region oder Enterprise-Etikett beantworten jede Frage automatisch.

Bestimmt, wer einen neuen Workflow freigibt und wer ihn stoppen kann. Governance funktioniert als kleine Zahl klarer, aufgabenbezogener Schranken besser als ein Grundsatzpapier, das im Alltag keine Entscheidung ermöglicht.

Menschliche Kontrolle konkret machen

«Human in the loop» ist zu unbestimmt. Haltet fest, was, durch wen und vor welcher Konsequenz geprüft werden muss. Ein Klauselvorschlag, eine interne Zusammenfassung und eine externe Rechtsposition haben unterschiedliche Schwellen.

Für jeden Workflow braucht es klare Regeln:

  • Welche Teile verlangen eine Prüfung am Originaldokument oder an der Quelle?

  • Welche materiellen Fehler verhindern die Verwendung?

  • Wer darf das Ergebnis freigeben?

  • Wann ist eine zweite Kontrolle nötig?

  • Wie werden offene Unsicherheiten dokumentiert?

Die Prüfung gehört in den gemessenen Ablauf. Wird Qualitätskontrolle als unsichtbarer Zusatzaufwand behandelt, überschätzt der Business Case den Nutzen.

Vor dem Pilot eine Ausgangslage schaffen

Wählt abgeschlossene Aufgaben, die die geplante Arbeit abbilden. Erfasst heutige aktive Bearbeitungszeit, relevante Wartezeit, Kontrollaufwand, Nacharbeit und typische Fehler. Die Ausgangslage muss dieselben Aufgabengrenzen verwenden wie der KI-gestützte Ablauf.

Messt nicht nur die Generierung. Vorbereitung, Upload, Eingabe, Quellenprüfung, Korrektur, Formatierung und Übertragung in das Enddokument gehören dazu. Der Leitfaden zur Messung von KI-Zeitersparnis liefert eine wiederverwendbare Struktur.

Ein kleiner Pilot ist ein Richtungssignal. Berichtet Einzelergebnisse oder Bandbreiten, statt wenige Aufgaben in einen allgemeinen Effizienzprozentsatz zu verwandeln.

Den Pilot auf Entscheidungen ausrichten

Ein sinnvoller Pilot beantwortet drei Fragen:

  1. Erreicht die Ausgabe die vereinbarte Qualitätsgrenze?

  2. Senkt der vollständige Ablauf den Aufwand oder verbessert er ein anderes festgelegtes Ergebnis?

  3. Kann die Organisation den Workflow mit vertretbarer Governance und Betreuung betreiben?

Verwendet ein festes Testset und dokumentiert Fehler genauso wie Erfolge. Nehmt mindestens einen schwierigen, einen typischen und einen voraussichtlich ungeeigneten Fall auf. So wird der Test nicht zur Vorführung handverlesener Beispiele.

Das operative 6-Wochen-Playbook für einen Legal-AI-Pilot übersetzt diese Fragen in Phasen, Verantwortlichkeiten und Go-/No-Go-Kriterien.

Nutzung, Qualität und Wirkung getrennt messen

Diese Ebenen gehören nicht in eine einzige Kennzahl:

Ebene

Beispiel

Unterstützte Entscheidung

Zugang

freigegebene Nutzer:innen und verfügbare Workflows

Ist der Pilot erreichbar?

Nutzung

wiederkehrende Aufgaben gestartet und abgeschlossen

Wird der Ablauf verwendet?

Qualität

materielle Korrekturen, Vollständigkeit, Quellenbezug

Ist das Ergebnis brauchbar?

Aufwand

gesamte Arbeits- und Kontrollzeit

Verändert der Ablauf Kapazität?

Ergebnis

Durchlaufzeit, Risikotransparenz, interne Erfahrung

Entsteht operativer Wert?

Hohe Nutzung kann mit schwacher Qualität einhergehen. Tiefe Nutzung kann an mangelnder Schulung, einer seltenen Aufgabe oder schlechtem Produktfit liegen. Jede Kennzahl muss zusammen mit Workflow und Prüfprotokoll interpretiert werden.

Ein minimales Betriebsmodell festlegen

Dokumentiert vor der Ausweitung die Grundlagen auf einer Seite:

  • freigegebene Werkzeuge und Workflows;

  • erlaubte und verbotene Daten;

  • erforderliche Kontrolle je Ausgabetyp;

  • Verantwortung für Zugänge und Anbieteränderungen;

  • Meldeweg für Probleme;

  • Rhythmus für die Prüfung von Belegen und Kontrollen.

Ergänzt für jeden Anwendungsfall eine kurze Arbeitsvorlage. Nutzer:innen brauchen Beispiele für geeignete Inputs, erwartete Ausgaben und Eskalationsregeln. Schulungen sollten den echten Workflow verwenden und zeigen, wie schwache Ergebnisse erkannt werden, nicht nur wie überzeugende Antworten entstehen.

KI-Arbeit an bestehende Systeme anschließen

Die Arbeit der Rechtsabteilung bleibt in E-Mail, Dokumentenablage, Vertragssystem und Microsoft Word verankert. Jeder Übergang kann Kontext verlieren, Dateien verdoppeln oder Quellenbezüge entfernen. Legt fest, wo der KI-Schritt beginnt und endet, welches System führend bleibt und wie das geprüfte Ergebnis dorthin zurückkehrt.

Integrierte Dokumentarbeit kann Kopieren reduzieren und Kontext erhalten. Integration beweist jedoch keine Qualität; dieselben Prüf- und Zugriffsregeln gelten weiter. CASUS unterstützt Dokumentenprüfung, Rechtsrecherche und weitere Schritte in einer Umgebung. Teams sollten den konkreten Pfad testen, den sie wirklich einsetzen möchten.

Nach Workflow statt nach Lizenzen skalieren

Entscheidet nach dem Pilot für jeden Anwendungsfall einzeln. Einer kann für eine breitere Nutzung bereit sein, ein zweiter engere Inputs benötigen und ein dritter enden. Haltet Entscheidung, Bedingungen und verantwortliche Person fest.

Mit zusätzlichen Nutzer:innen braucht es Schulung, Support und Monitoring. Die Zuteilung von Lizenzen ist noch keine Adoption. Prüft den Workflow bei wesentlichen Produktänderungen, neuen Datenkategorien, wiederholten Qualitätsproblemen oder veränderten Risikovorgaben erneut.

Für die Zusammenarbeit mit externen Kanzleien sollte klar sein, wie KI-unterstützte Arbeit dokumentiert wird und welche Quellen- oder Kontrollbelege erwartet werden. Ziel ist keine Vorgabe eines bestimmten Produkts, sondern eine nachvollziehbare Qualitäts- und Verantwortungskette.

Wie ein glaubwürdiges Ergebnis aussieht

Ein belastbares Pilotergebnis ist spezifisch. Es nennt Aufgabe, Testset, Ausgangslage, Qualitätsgrenze, Kontrollaufwand, beobachtete Streuung und Entscheidung. Ebenso wichtig ist die Aussage, was nicht gemessen wurde.

Ein Team kann etwa feststellen, dass eine strukturierte Erstprüfung für einen wiederkehrenden Vertragstyp mit definierter Kontrolle brauchbar ist, während offene Rechtsfragen zu stark streuen. Das ist handlungsnäher als die Behauptung, KI mache Legal generell schneller.

Teams können CASUS mit einem klar definierten Legal-Workflow testen. Verwendet dieselben Inputs, Prüfer:innen und Messregeln wie im bisherigen Prozess.

FAQ

Wo sollte eine Rechtsabteilung mit KI beginnen?

Bei einem wiederkehrenden, begrenzten Workflow mit bekanntem Input, erwarteter Ausgabe und klarer Kontrolle. Ein abteilungsweiter Rollout eignet sich nicht als erster Test.

Welche Kennzahlen zählen im Pilot?

Nutzung, Qualität, Gesamtaufwand und das beabsichtigte operative Ergebnis werden getrennt erfasst. Ein Login oder eine generierte Antwort belegt weder Zeitersparnis noch Qualität.

Wer sollte den Workflow verantworten?

Eine Person aus Legal trägt die Verantwortung für Anwendungsfall und Prüfstandard. Security, Datenschutz, Einkauf und IT wirken abhängig von Daten und Integration mit.

Wie lange sollte ein Pilot dauern?

Lange genug für ein repräsentatives Set realer Aufgaben unter normalen Arbeitsbedingungen. Eine sechswöchige Struktur schafft einen klaren Rahmen; Aufgabenmenge und Entscheidungsqualität sind wichtiger als der Kalender allein.

Wann ist ein Workflow bereit für die Skalierung?

Wenn er die festgelegte Qualitätsgrenze erreicht, der vollständige Aufwand bekannt ist, die Kontrollen im Alltag funktionieren und eine verantwortliche Person den Betrieb übernimmt.

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