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LegalTech in der Ausbildung: Must oder Nice-to-Have?

Zuletzt aktualisiert am

von

Celeste Urech

Céleste Urech

|

Co-Founder & CTO

LegalTech in der Ausbildung: Must oder Nice-to-Have?

Die Digitalisierung verändert die Rechtsbranche grundlegend. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain und automatisierte Rechtsdienstleistungen beeinflussen zunehmend die Art und Weise, wie juristische Arbeit geleistet wird. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Integration von Legal Technology (LegalTech) in die juristische Ausbildung essenziell oder lediglich wünschenswert ist. Doch wie bereiten Universitäten und Weiterbildungsinstitutionen in der Schweiz ihre Studierenden aktuell auf diese digitale Zukunft vor?

Aktueller Stand der LegalTech-Ausbildung in der Schweiz

Obwohl LegalTech zunehmend die juristische Praxis verändert, hat die Integration dieser Themen in der juristischen Ausbildung in der Schweiz bislang kaum Fuß gefasst. Bisher gibt es nur vereinzelte, kleinere Kursangebote und Zertifikatslehrgänge an wenigen Hochschulen. Ein Beispiel hierfür ist etwas das CAS Legal Tech HWZ an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Vergleichbare Angebote sind jedoch noch nicht weit verbreitet und erreichen bisher nur eine kleine Gruppe von Studierenden. Damit steht die Schweiz erst am Anfang der Integration von LegalTech in die juristische Ausbildung, was umfassendere Maßnahmen notwendig macht, um Jurist:innen besser auf die Anforderungen der Digitalisierung vorzubereiten.

Internationale Perspektiven und studentische Erwartungen

International ist die Relevanz von LegalTech in der Ausbildung längst erkannt. In den USA bieten bereits rund 50% der Jurafakultäten spezielle Kurse zu KI und LegalTech an, und viele weitere planen eine stärkere Integration dieser Themen in ihre Curricula. So bietet etwa die New York University (NYU) gezielte Lehrveranstaltungen in diesem Bereich an (Financial Times).

Eine Umfrage unter Jurastudierenden in Deutschland (Digital Study 2021) verdeutlicht zusätzlich die studentischen Erwartungen: 87% der Befragten fordern eine intensivere Behandlung von LegalTech-Themen, während lediglich 7% der Ansicht sind, dass diese Themen bereits ausreichend berücksichtigt werden. Diese Zahlen zeigen deutlich den Wunsch nach stärkerer Praxisrelevanz und digitaler Kompetenz in der juristischen Ausbildung.

Chancen der Integration von LegalTech in die juristische Ausbildung

Die Frage, ob LegalTech ein „Must“ oder ein „Nice-to-Have“ ist, lässt sich mit Blick auf die Berufschancen und die Wettbewerbsfähigkeit von Absolvent:innen klar beantworten: Jurist:innen, die mit LegalTech vertraut sind, können den Anforderungen des modernen Rechtsmarktes besser gerecht werden. Ihre Attraktivität für Arbeitgeber steigt erheblich. Gleichzeitig verbessert LegalTech die Effizienz, reduziert Fehler durch Automatisierung und ermöglicht Jurist:innen, sich auf komplexere und strategischere Aufgaben zu konzentrieren. Zudem fördert die Auseinandersetzung mit technologischen Themen interdisziplinäres Denken, was in der heutigen Arbeitswelt von großem Vorteil ist.

Herausforderungen bei der Implementierung

Obwohl die Vorteile deutlich sind, gestaltet sich die Implementierung von LegalTech in die Ausbildung nicht einfach. Curricula müssen überarbeitet werden, und vor allem: Dozierende benötigen gezielte Weiterbildung, um technologische Inhalte kompetent vermitteln zu können. Es gilt außerdem sicherzustellen, dass alle Studierenden gleichen Zugang zu den notwendigen technologischen Ressourcen haben. Hinzu kommen wichtige ethische und rechtliche Aspekte, wie Datenschutz und Anwaltsgeheimnis, die ebenfalls angemessen berücksichtigt werden müssen.

Fazit

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung im Rechtswesen ist LegalTech längst kein Nice-to-Have mehr, sondern ein Must in der juristischen Ausbildung. Schweizer Universitäten und Ausbildungsinstitutionen stehen vor der Herausforderung, ihre Lehrpläne zu modernisieren und umfassende Lösungen für bestehende Herausforderungen zu entwickeln. Nur so können sie gewährleisten, dass zukünftige Jurist:innen optimal auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet sind und langfristig erfolgreich bleiben.

 

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